Zum Wochenende: Mir fehlen die Worte

Der Steinkohlenbergbau liegt Jahrzehnte zurück, aber keiner hier in der Region wird verhehlen, dass er die Landschaft dauerhaft verändert hat. Man denke nur an die riesige Deutschlandschachthalde in Oelsnitz, die obendrein noch ein Aussichtsturm ziert, und die unzähligen, zumeist mit Birken bewachsenen Halden, die fester Bestandteil des hiesigen Reviers sind. Das sind Dinge, die man sieht. Und dann sind da noch die Bergbauhinterlassenschaften, die sich unter Tage abspielen. Man sieht sie nicht, aber von ihnen geht nach wie vor eine Gefahr aus.

Dass sich da unten viel Unbekanntes auftut, dafür legen die Kosten, die bei der sicheren Verwahrung alter Schächte zusammenkommen, Zeugnis ab. Für die Hedwigschachtsanierung in Oelsnitz waren 2,9 Millionen Euro geplant, schon jetzt rechnet man mit 3,7 Millionen Euro, am Ende könnten es um die sechs Millionen sein. Auch das Projekt Vertrauenschacht Lugau schlägt statt geplanter 1,41 Millionen Euro mit 3,85 Millionen Euro zu Buche.

Geld, das sicher gut angelegt ist, weil es Gefahren bannt. Beim Hedwigschacht beispielsweise wurde bei den Arbeiten ein Kanal entdeckt, der in keinem Plan verzeichnet war, aber unter einer Halle und einem Parkplatz verläuft. Nicht auszudenken, wenn der Kanal eingestürzt wäre. Es ist also nachzuvollziehen, dass die Kommunen der früheren Steinkohlenreviere darum kämpfen, dass auch nach Auslaufen des aktuellen Förderprogramms weitere Gelder bereitgestellt werden, um noch nicht gesicherte Schächte verwahren und weitere Risiken des Bergbaus - Stichwort auch steigendes Grundwasser - bannen zu können.

Zwischen 2014 und 2023 stehen 50 Millionen Euro für solche Projekte in ehemaligen Steinkohlerevieren Sachsens zur Verfügung. Eine gigantische Summe, meint man. Aber sie reicht hinten und vorn nicht, einige Projekte können nicht wie geplant abgeschlossen werden, so zum Beispiel in Hohndorf.

50 Millionen Euro - diese Zahl habe ich dieser Tage schon einmal gehört - in dem Bereich lag die Ablösesumme für RB-Leipzig-Fußballer Timo Werner. Und exakt so hoch ist für die kommenden fünf Jahr auch sein Gehalt, heißt es. 50 Millionen. Kein weiterer Kommentar.

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