Zum Wochenende: Nicht zu verstehen

Warum gibt eine Gemeinde die Trägerschaft für ihre Schule ohne Not, denn die Schülerzahlen sind ausreichend - in die Hände einer anderen Kommune? Niederwürschnitz hat das jetzt vor - und so ganz erschließen sich dem Außenstehenden die Gründe nicht. Als vor etlichen Jahren die Zukunft der Niederwürschnitzer Grundschule auf dem Spiel stand, weil absehbar die Schülerzahlen nicht ausreichten, da war die Situation eine andere. Mit dem Angebot Stollbergs, für die Niederwürschnitzer Schule einen gemeinsamen Grundschulbezirk mit der Schule in Beutha - die damals laut Stollbergs Oberbürgermeister Marcel Schmidt übervolle Klassen hatte - zu bilden und damit einen Ausgleich zwischen den Schulen zu schaffen, war dies für beide Kommunen von Vorteil. Jetzt aber ist die Zukunft von Beuthas Grundschule unsicher und Stollberg reagiert, indem es sie einem anderen Stollberger Schulbezirk zuschlägt. Das ist aus Stollberger Sicht nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar ist allerdings, warum Stollberg trotzdem die Trägerschaft für die Schule des Nachbarortes bekommen soll, denn die ist ohnehin die einzige Schule in ihrem Schulbezirk, der in Niederwürschnitz liegt.

Das Ganze wäre logisch, hätte Niederwürschnitz immer noch Ambitionen, die Verwaltungsgemeinschaft mit Lugau zu verlassen und sich von Stollberg eingemeinden zu lassen. Offiziell ist das aber vom Tisch. Nicht nur, weil das sächsische Innenministerium einen Strich durch diese Ambitionen machte, sondern auch, weil die Niederwürschnitzer mit der Wahl von Matthias Anton genau jenen Bürgermeisterkandidaten zum Ortschef machten, der sich die Eigenständigkeit der Gemeinde auf die Fahnen geschrieben hatte. Eigenständig, aber ohne über die eigene Schule bestimmen zu können?

Ja, es ist richtig, in der noch mit Stollberg zu beschließenden Zweckvereinbarung können Mitspracherechte verankert werden, wenn es um wichtige Entscheidungen zur Schule geht. Mitsprache heißt aber eben nur Mitsprache und nicht alleinige Entscheidungsfreiheit.

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