Zum Wochenende : Sicherheit für Eltern

Da haben wir es, unser Sommertheater. Das kleine Gornsdorf, knapp 2000 Einwohner, gegen seinen großen Nachbarn Zwönitz, etwa 12.000 Einwohner. Es wirkt ein wenig wie David gegen Goliath. Man könnte drüber lachen, wenn es nicht um Kinder und deren Zukunft gehen würde.

Quasi wie aus dem Nichts ist eine Vereinbarung aufgetaucht zwischen Gornsdorf und Hormersdorf, das inzwischen zu Zwönitz gehört. Die besagt, dass die Hormersdorfer Kinder, die nicht die private Schule besuchen, in Gornsdorf eingeschult werden. Seit fast zehn Jahren wird das allerdings nicht mehr gemacht, die Kinder gehen nach Dorfchemnitz. Zwar hatte Hormersdorf damals eine Kündigung ins Gornsdorfer Rathaus geschickt. So richtig gestört hatte es aber niemanden, dass diese nicht ausreicht, um die Vereinbarung wirksam aufzuheben.

Zwönitz hätte es nun am liebsten, wenn dieser formelle Akt schnell nachgeholt werden würde. Gornsdorf dagegen sagt: "Wir haben nichts falsch gemacht. Die Fehler sind woanders gemacht worden." Und zeigt sich "großzügig", die Vereinbarung, die sowohl Schulamt als auch Landratsamt nach wie vor als gültig ansehen, für das am Montag beginnende Schuljahr nicht durchboxen zu wollen. Denn da reichen die Anmeldungen für eine 1. Klasse. Doch Gornsdorf hat nicht genug Schüler, um auf die Ausschreibung einer eigenen Schulleiterstelle bestehen zu können. Gleichwohl ändern die zwei, drei Kinder aus Hormersdorf daran nichts - das hat das Schulamt klar gesagt.

Damit aber ist das Problem nicht gelöst, nur verschoben. Wichtig ist es nun, schnell eine Lösung zu finden. Die Eltern in Hormersdorf brauchen Sicherheit, denn am Schulbesuch hängt eine Menge. Dabei geht es nicht um die Qualität -die Dorfchemnitzer Schule ist nicht besser oder schlechter als die Gornsdorfer. Doch es stecken Abstimmungen dahinter. Etwa: Wie kommt der Nachwuchs nach Hause oder zum Beispiel nach der Schule zu Oma oder Opa, die die Nachmittagsbetreuung übernehmen? Wie kommt das Kind nach der Schule zum Verein? Es bringt auch nichts, die Hormersdorfer Kinder am Ende "unter Zwang" in die Gornsdorfer Schule zu schicken - auch wenn die schick ist, weil sie erst vor einem Jahr neu gebaut worden ist. Das alles sollten die Verantwortlichen im Hinterkopf behalten, und nicht länger mit dem Finger auf andere zeigen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...