Zum Wochenende: Visionen gefragt

Was soll Stollberg 2030 touristisch ausmachen? Diese Frage steht im Zentrum des Stollberger Beitrages für den Städtewettbewerb "Ab in die Mitte", der in diesem Jahr auf Bürgerbeteiligung setzt. Unter dem Motto "Finde den richtigen Weg Stollberg 2030" soll eine Vision für eben dieses 2030 entwickelt werden. Dann - so die Überlegung - ist das Areal des ehemaligen Frauengefängnisses Hoheneck abschließend zur Kultur- und Bildungsstätte umgestaltet und ein Anziehungspunkt für Besucher. Doch wie kann es gelingen, die Besucher auch zu einem Abstecher in die City zu bewegen? Zur Aufwertung des Weges bringt Citymanager Stefan Herold eine Murmelbahn für Kinder am Skihang, eine Sommerrodelbahn oder gar eine Seilbahn ins Spiel.

Nun ist es nicht so, dass sich die Stadt Stollberg bisher keine Gedanken gemacht hätte. Ein Verkehrskonzept, das Radfahrern Vorrang einräumt, ist in Arbeit. Auch der ursprünglich von der "Freien Presse" ins Spiel gebrachte Gedanke einer "citta slow", also einer entschleunigten (Innen-)Stadt, hat mittlerweile einen festen Platz in den Reden des Oberbürgermeisters.

Einzig: Über den Status von Visionen oder Konzepten ist Stollberg bisher kaum hinausgekommen. Vielleicht auch aus Respekt vor allzu lautem Widerstand von Seiten passionierter Autofahrer oder Händler. Daher ist es gut, die Bürger erneut ins Boot zu holen und deren Ideen abzufragen. Gern auch abseits von analogen oder digitalen Ideenbriefkästen und ganz persönlich.

Meine Vision für das touristische Stollberg 2030 sieht vor, den Geist des Festivaljahres 2025 - in dem Chemnitz mit seinem Umland als Europäische Kulturhauptstadt gedanklich und kulturell (zusammen-)gewachsen wäre - beibehalten zu haben. Es gäbe ein lebendiges Areal Stalburc/Hoheneck um eine würdevolle, hochmoderne Gedenkstätte und ein von vielen Gruppen und Vereinen bespieltes schnuckeliges, kleines Theater. Das wäre ein attraktives Alleinstellungsmerkmal für Stollberg. Die Innenstadt wäre autofrei und mit vielfältiger Außengastronomie gespickt. Die Fußgängerzone entlang der Herrenstraße definierte sich nicht durch Parkbuchten, sondern über Flair und Straßenkunst. Verbunden wären die beiden Bereiche über Walkteich und einen wiederbelebten Pionierpark; gerne mit Lehrpfad, zwingend für weniger mobile Gäste mit einer Pendelmöglichkeit.

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