Zurück in den Alltag der DDR

Reinigungs- und Putzmittel, Haushaltsgeräte und Spielzeug - die Ausstellung, die am Samstag in Hormersdorf beginnt, ist eine Reise in die Vergangenheit.

Hormersdorf.

Zum unterhaltsamen Ausflug in die jüngere Zeitgeschichte wird in Hormersdorf eingeladen. Ab Sonnabend präsentieren die Mitglieder des Erzgebirgszweigvereins im Saal des Gasthofs Löwen jene Stücke aus ihren heimischen Abstellkammern, Oberböden und Kellern, die vom Leben in der früheren DDR erzählen. Auch heute noch im Haushalt gebräuchliche Utensilien werden vorgestellt. "Dazu zählen Küchengeräte, Geschirr und Textilien, Rundfunkgeräte, Kommunikationsmittel und Sportartikel", erzählt Regine Seifert, eine der Initiatorinnen der Schau und zugleich Ausstellerin. "Wir präsentieren auch Spielsachen, Berufsbekleidung und Druck-Erzeugnisse", fügt Wolfgang Lohr hinzu. Der Jahnsbacher Ortschronist steuert auch höherprozentige Wässerchen zu. Gelernte DDR-Bürger dürften die begehrten Wein- und Schnapskreationen à la Murfatlar, Skat-Kräuter, Kreuz des Südens oder Plauener Spitze - ein Kakao-Likör - noch kennen. "Zu den bekannten Druck-Erzeugnissen zählen Versandhauskataloge, die es in Zeiten der Tausend-Tele-Tipps noch gab, oder die bei Kindern beliebte ABC-Zeitung." Zu den ältesten Büchern zählt ein Taschenbuchkalender der Kasernierten Volkspolizei von 1954. "Ein Teil der Schau ist der Freizeittätigkeit gewidmet. So werden Handarbeitsarbeiten jener Zeit ausgestellt, wie wir auch Schmuckteile zeigen, die aus Wäscheklammern hergestellt wurden." Gelernte Hausfrauen können in Hormersdorf genauso noch einmal den Reinigungs- und Putzutensilien des Ostens wie Ata begegnen. Nicht nur den Esda-Mitarbeitern von einst dürften genauso die Strumpfwaren für den Westexport oder Erinnerungsgeschenke aus Betriebskantinenzeiten bekannt vorkommen.

"Wir denken, jetzt am Vorabend der Wendeereignisse einen geeigneten Zeitpunkt für diese Ausstellung gefunden zu haben. Spätestens, wenn nächstes Jahr die Währungsunion und der Vereinigungstag anstehen, dürften derartige Schauen vielerorts auf der Tagesordnung stehen", so die Vereinschefin. "Wir wollen nicht verklärend zurückblicken, vielmehr mit einer Portion Selbstbewusstsein auf das Geleistete verweisen und uns an einige Artikel erinnern. So manche Emotion hängt an einem Bekleidungsstück, einer Urkunde oder einem Teil aus dem früheren Arbeitsleben. Wir wollen zeigen, wie es war, miteinander ins Gespräch kommen, und jungen Leuten Geschichte erlebbar machen."

Die Ausstellung öffnet am Samstag und ist bis 20. Oktober täglich von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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