Zwei Stücke zum 20-jährigen Jubiläum

Seit Bestehen der Neuwürschnitzer Theatertage wurden schon 17.000 Karten verkauft. Ein Erfolgsmodell.

Neuwürschnitz.

Der Vorhang ist gefallen. Tosender Applaus. Bravorufe! Seit nunmehr 20 Jahren wiederholt sich das Szenario einmal jährlich zu den Theatertagen im Vereinshaus Neuwiese. "Es gibt keinen schöneren Anblick als von den Brettern, die für uns die Welt bedeuten, auf ein zufriedenes Publikum zu schauen", so Jörg Schubert vom Musikverein Neuwürschnitz. Im Jubiläumsjahr stehen am Ende der beiden aufgeführten Stücke 20 Frauen und Männer der Theatergruppe Neuwürschnitz auf der Bühne.

Anfangs gab es nur zwei Vorstellungen - doch wegen riesiger Nachfrage finden seit drei Jahren jährlich sieben Aufführungen statt. Jede einzelne ist bereits kurz nach dem Beginn des Vorverkaufes ausverkauft. Die Bilanz ist beeindruckend, die das Mundarttheater Neuwiese vorweisen kann: Mehr als 17.000 Theaterkarten wurden seither verkauft, die Zuschauer amüsierten sich in zwei Jahrzehnten über Irrungen, Wirrungen und Verwechslungen, haben sich mit den Hobbymimen gefreut oder mit ihnen gelitten, den einen oder anderen Nachbar oder Einwohner ihres Ortes in den Handlungen wiedererkannt. Drei Mal studierten die Darsteller mehrere kleine Stücke für die Theaterwoche ein, 17 Mal wurden abendfüllende, durchgängige Geschichten aufgeführt. "Besucherin Elfriede Plietsch etwa hat bis zu ihrem Tod vor zwei Jahren jedes Theaterstück sogar mehrmals gesehen", erzählt Annemie Engelmann, Regisseurin vieler Lustspiele.

"Ich besuche seit mehr als zehn Jahren mit Begeisterung die Theaterwochen. Die Geschichten in Mundart sind einfach herzerfrischend und eine runde Sache. Man kann für ein paar Stunden den Alltag vergessen", sagt Renate Suchantke aus Chemnitz. "Ich bin beeindruckt, wie frei, locker und unverkrampft die Darsteller ihre Rolle spielen", staunt auch Besucherin Kerstin Gerke. Die Lugauerin hat die Akteure zum ersten Mal erlebt, will aber auf jeden Fall wiederkommen.

Angefangen hat die Theatergeschichte mit dem Gedanken, zum jährlichen Hutzenob'nd einmal einen kulturellen Beitrag einzufügen. "Kleine Episoden wurden zu Sketchen umgeschrieben. Der große Erfolg ermutigte die Truppe, ein Theaterstück zum festen Bestandteil des jährlichen Hutzenob'nds werden zu lassen. Und damit hat die Theatergruppe dieses Jahr die 20 voll gemacht", so Wolfgang Engelmann, langjähriger Vorsitzender des Sozio- Kulturellen Zentrums Neuwiese.

Aus der anfänglich kleinen Gruppe von fünf Personen ist inzwischen ein Team von 22 aktiven Mitwirkenden geworden. Neben Stammspielern gaben in den vergangenen zwei Dekaden auch sieben Neulinge eine Gastrolle. Regie führten bisher Sonja Stölzel, Elke Herzig und Annemie Engelmann, die zudem sämtliche Stücke vom hochdeutschen in die erzgebirgische, speziell die Neuwieser Mundart "übersetzt" und eigene Ideen einfließen lässt.


"'s Kuraschewasser"

Die Frau hat das "Sagen" - der Mann wird unterdrückt, und die Tochter muss tun, was die dominante Mutter will. Doch es gibt einen Ausweg, in Form von "Kuraschewasser", einem flüssigen "Helfershelfer", der sehr sehr mutig macht. Und zwar mit einer grandiosen Wirkung, die der weibliche Hausdrachen niemals erwartet hätte.


"Dr Gahrmarktsrausch"

Der Bauer eines soliden Hofes in Neuwiese ist auf dem Jahrmarkt versackt. Um ihn das Vergnügen ein für allemal zu vermiesen, bekommt er von der Familie einen Denkzettel verpasst. Mit einem verbundenen Kopf, einem geschienten Bein und einem ausgewachsenen Kater wacht der Mann auf - und unterschreibt alles, was man von ihm verlangt.

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