350 Tonnen Schachttechnik müssen raus

Hinter den Kulissen wird in Oelsnitz der Umbau des Hauses auf Hochtouren vorbereitet. Grubenbahnen und sonstiges Gerät werden ausgeräumt und zwischengelagert. Doch der spektakulärste Part steht noch aus.

Oelsnitz.

Haustechniker Heiko Viehweger sitzt in einem gelben Teleskoplader. Hinter dem Lokschuppen des Bergbaumuseums steht auf Holzblöcken die Kanzel einer Grubenbahn. Helfer haben die Kabine mit einem Riemen versehen. Der wird über die Gabeln des Staplers gelegt, langsam hebt Viehweger seine Last an. Die Helfer fixieren die baumelnde Kanzel. Mit dem Stapler wird sie einige Meter transportiert, ehe sie auf die beiden tonnenschweren Fahrwerke der Wismut-B-660-Akkulok gesetzt wird. Später werden noch die jeweils eine Tonne wiegenden Akkus montiert. Die Grubenlokomotive steht nun auf Schienen - fertig zur Lagerung für die nächsten gut eineinhalb Jahre.

Die Haustechniker Heiko Viehweger und Andreas Quitschau sind gegenwärtig damit beschäftigt, die schwere Grubentechnik aus dem Bergbaumuseum in Oelsnitz auszuräumen und zwischenzulagern. Bis Anfang des Jahres muss alles über die Bühne gegangen sein, ehe Mitte Februar mit dem Umbau und der Sanierung des Bergbaumuseum begonnen werden kann. Dafür fließen insgesamt 17,25 Millionen Euro. "Wir sind praktisch seit Anfang des Jahres mit dem Ausräumen beschäftigt. Der Keller ist schon komplett leer", sagt Museumsdirektor Jan Färber.

Zurzeit sind die Haustechniker mit einigen wenigen Helfern damit beschäftigt - und den "zehn Mann auf vier Rädern". So bezeichnet Viehweger liebevoll den Teleskoplader Agri-Farmer 28.7 VS. Das Gerät verfügt über 2,8 Tonnen Traglast. "Das ist bei manchen Exponaten grenzwertig", räumt der Techniker ein. Doch ohne den Stapler geht es eben auch nicht. Denn die zu transportierenden Geräte sind sperrig und schwer. "Schachttechnik eben", sagt Viehweger. Rund 70 Tonnen sind schon ausgelagert worden. Insgesamt müssen rund 350 Tonnen Schachttechnik umgesetzt werden.

Zum Transport werden die Geräte demontiert. Nach dem Transport an den Zwischenlagerplatz - das sind entweder verschiedene Außenlager oder diverse Container auf dem Gelände des Bergbaumuseums - werden sie sofort wieder zusammengesetzt. Unumgänglich ist dabei eine akribische Dokumentation. Denn Baupläne gibt es in den meisten Fällen nicht.

Einige dicke Brocken hat das Museumsteam noch vor der Brust. Zum einen die 19,5 Tonnen schwere und über zehn Meter lange Teilschnittmaschine. Der einstige UdSSR-Export hat seinerzeit 560 Meter unter Tage gearbeitet und steht nun im Lokschuppen. Die Einlagerung ist für Mitte Februar geplant. Dann, so Färber, werden das Gebäude und der Durchgang zum Dampfmaschinenhaus abgerissen und die Teilschnittmaschine transportierbar. Künftig soll sie einen Platz im Anschauungsbergwerk finden. Noch spektakulärer wird die Auslagerung der viereinhalb Tonnen schweren Ersatzwelle der Dampfmaschine. "Das werden wir im Zuge der Dachsanierung realisieren", sagt Färber. Dann soll mit einem Kran das Bauteil aus dem Gebäude gehoben werden.

Bis es soweit ist, hat Jan Färber mit seinem Team allerdings noch spannende Wochen vor sich. Es wird geplant, abgestimmt und dokumentiert. Wenn ab 7. Januar das Museum für den Umbau für anderthalb Jahre schließt, muss bis zum Baubeginn Mitte Februar die komplette Dauerausstellung ausgelagert werden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...