39 Bewerber für 16 Sitze

In Grünhainichen wird mehr als die Hälfte der Kandidaten für die Gemeinderatswahl ihr Ziel nicht erreichen - Wählervereinigung Kultur und Sport (10), CDU (9), Bürgerinitiative Waldkirchen (9) und Wählervereinigung Borstendorf (7) stellen die meisten Bewerber

Grünhainichen.

Beim jüngsten Abstimmungssonntag konnten die Grünhainichener nur zwischen zwei Kandidaten wählen. Diesmal haben die Bewohner des Engeldorfes und der Ortsteile Borstendorf und Waldkirchen die Qual der Wahl. Denn im Gegensatz zur Bürgermeisterwahl im Juni 2018, als nur die Namen von Robert Arnold und Gunnar Ullmann auf dem Stimmzettel standen, sind zur Kommunalwahl am 26. Mai allein bei der Wahl des neuen Gemeindeparlaments 39 Bewerber am Start.

Mehr als die Hälfte der Kandidaten - 29 Männer und zehn Frauen - werden ihr Ziel nicht erreichen. Denn im Gemeinderat gibt es nur 16 Sitze. Allein zehn Kandidaten schickt die Wählervereinigung Kultur und Sport ins Rennen. Für die Freie Bürgerinitiative Waldkirchen sowie die CDU sind jeweils neun Bewerber am Start. Sieben Personen kämpfen für die Freie Wählervereinigung Borstendorf um den Einzug in den Gemeinderat. Die Sportgemeinschaft Rotatation Borstendorf ringt mit vier Kandidaten um die Gunst der Wähler.

Torsten Kleditzsch

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Wie schon seit einigen Jahren wird es auch in den nächsten Monaten kaum eine Gemeinderatssitzung im rund 3400 Einwohner zählenden Grünhainichen geben, bei der ein Projekt nicht auf der Tagesordnung steht. "Der Neubau der Grundschule auf dem Gelände des ehemaligen Freibades Grünhainichen wird auch in diesem Jahr der Schwerpunkt sein", sagt Bürgermeister Robert Arnold. "Die Planungen laufen seit Herbst auf Hochtouren. Die Ausschreibung der ersten Bauleistungen ist für das zweite Halbjahr 2019 geplant", erläutert das Gemeindeoberhaupt. "Wenn wir da nicht dran bleiben, verlieren wir unser Ziel aus den Augen: die nachhaltige Sicherung des Grundschulstandorts innerhalb des Verwaltungsverbandes", betont Arnold. Die ersten Einschulungen sind für 2022 geplant.

Für den Neubau der Schule mit Sporthalle sind acht Millionen Euro veranschlagt. Das Gros soll mit KSP-Fördermitteln finanziert werden. 1,5 Millionen Euro will die Gemeinde aus Eigenmitteln stemmen, jedoch ist ein Kredit über zwei Millionen in drei Jahresscheiben nötig. Große Sprünge seien wegen des Schul-Neubaus nicht möglich, trotzdem bleibe kein Ortsteil auf der Strecke, verspricht Arnold.

Darauf werden vor allem auch die seit März 2009 zu Grünhainichen gehörenden Waldkirchener und die Einwohner des 2015 eingemeindeten Borstendorf achten. Mit der geplanten Verkleinerung des Schwimmbeckens im Borstendorfer Bad, der Sanierung der Waldkirchener Turnhalle oder des Museums für Erzgebirgische Volkskunst in Grünhainichen gibt es aktuell in allen Ortsteilen Probleme, die den Bürgern unter den Nägeln brennen und deren Lösung einen funktionierenden Gemeinderat erfordert.

Für die jeweils fünf Plätze in den drei Ortschaftsräten gibt es 32 Bewerber. In Borstendorf schicken die Freie Wählervereinigung acht und die CDU zwei Kandidaten ins Rennen. Ebenfalls acht Personen hat die Wählervereinigung Kultur und Sport in Grünhainichen aufgestellt. Für die CDU streben fünf Bewerber den Einzug in den dortigen Ortschaftsrat an. In Waldkirchen stellt die Freie Bürgerinitiative acht Kandidaten. Die CDU ist mit einem Einzelkämpfer vertreten.


Das wünschen sich die Bürger

Annedore Krebs (60): Ich freue mich, dass Grünhainichen endlich wieder eine Schule bekommt und hoffe, dass das Bauvorhaben so schnell wie möglich umgesetzt werden kann. Der Ort kann davon nur profitieren, dass es ein Seniorenheim und dann auch wieder eine Grundschule gibt. Vielleicht entwickelt sich zwischen den Nutzern der beiden Einrichtungen ein schönes Miteinander. An die Sicherheit im Straßenverkehr muss auch gedacht werden - an Kinder und Senioren gleichermaßen.


Steffen Vieweger (45): Ich finde es gut, dass Grünhainichen wieder eine Schule bekommt. Der Platz neben der Spieldose hat Gestalt angenommen, das könnte das kulturelle Zentrum des Ortes werden. Es gibt immer wieder Forderungen nach einem Supermarkt. Diese lehne ich ab. Es sollte vielmehr darauf geachtet werden, dass die Chemnitzer Straße ihren Charakter behält - den des Dorfmittelpunkts mit seinen Einkaufsmöglichkeiten.


Gunter Hübler (69): Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren schon viel angeschoben, auch die Mühlenstraße ist instand gesetzt worden. Wenn die Grundschule gebaut wird, was sehr positiv für den Ort ist, muss unbedingt auch ein Gehweg bis dorthin führen. Es leuchtet ein, dass nicht alle Vorhaben mit einem Mal umgesetzt werden können. Aber die Jugendlichen des Ortes sollten demnächst unbedingt berücksichtigt werden. Sie brauchen endlich ein eigenes Domizil, in dem sie sich treffen können.


Die 39 Kandidaten für den Gemeinderat

Christlich Demokratische Union: Thomas Boerner, Thomas Bergmann, Gerd Blank, Jan Harbeck, Toni Holler, Markus Richter, Sarah Schneider, Marion Schubert, Gunnar Ullmann

Freie Bürgerinitiative Waldkirchen (FBI): Claudia Auerswald, Stephan Nebel, Lars Hübler, Kay Weißbach, Markus Schubert, Richard Weber, Kevin Freyer, Gernot Graebner, Gunther Kaden

Freie Wählervereinigung Borstendorf (FWB): Christel Rothamel, Helga Klotz, Roland Bittner, Wolfgang Findeisen, Isabel Sturm, Matthias Bender, Heidi Swigon

SG Rotation Borstendorf: Michaela Schädlich, Steffen Clausner, Sebastian Ender, Jan Wagner

Wählervereinigung Kultur u. Sport: Anke Nüßler, Jörg Richter, Anton Wittig, Romy Hobler, Hendrik Winkler, Bert Jehmlich, René Perske, Jörg Ullmann, Sven Claas, Jens Struck

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