43 Migranten haben einen deutschen Pass erhalten

Zahl der Einbürgerungen im Erzgebirge ist im vergangenen Jahr gestiegen

Zschopau/Marienberg.

Wie sieht das Wappen der Bundesrepublik Deutschland aus? Zu welchem Fest tragen Menschen in Deutschland bunte Kostüme und Masken? Unter welchen Umständen kann eine Partei in Deutschland verboten werden? Solche Fragen mussten die 43 im Erzgebirgskreis lebenden Einwanderer beantworten, die im vergangenen Jahr eingebürgert wurden. Das sind vier mehr als im Jahr 2017, als 39 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten. 2016 hatten 26 Personen einen deutschen Pass bekommen. Diese Zahlen nannte Stefanie John, eine Sprecherin des Landratsamtes.

Die Fragen zu den Rechts- und Lebensverhältnissen in Deutschland gehören zum Einbürgerungstest, der eine wesentliche Voraussetzung für den deutschen Pass bildet. Wer ihn haben will, muss zudem nachweisen, dass er sich seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland aufhält und nicht wegen einer Straftat verurteilt wurde. Diese Frist kann er um ein Jahr verkürzen, indem er einen Integrationskurs absolviert. Der Staat verlangt darüber hinaus ein Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung, ausreichende Deutschkenntnisse sowie die eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts - ohne Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II. In der Regel müssen die Antragsteller die alte Staatsangehörigkeit aufgeben. Es gibt allerdings Ausnahmen, je nach Herkunftsland.


Der Antrag auf Einbürgerung wird beim Landratsamt gestellt. Die Kosten liegen bei 255 Euro. Für minderjährige Kinder verringert sich die Gebühr auf 51 Euro. Bevor die Behörde entscheidet, holt sie Auskünfte bei anderen Ämtern ein, prüft Unterlagen und erstellt Prognosen. Die Gründe, aus denen Ausländer eine Einbürgerung anstreben, sind verschieden. Die einen hoffen auf bessere Chancen am Arbeitsmarkt. Andere wollen ihr Zugehörigkeitsgefühl ausdrücken.

Die Menschen, die im vergangenen Jahr im Erzgebirgskreis eingebürgert wurden, stammen aus 19 Nationen. Aus der Slowakei und dem Kosovo kamen je sechs Menschen. Vier Neudeutsche hatten zuvor einen französischen Pass. Je drei kamen aus der Tschechischen Republik und der Ukraine. Aus den übrigen Staaten wie Afghanistan, Ungarn, Thailand, Polen, Russland, Usbekistan, Vietnam, Indien, Pakistan oder der Türkei stammen jeweils nur ein oder zwei Personen. Bei einem Einwanderer ist die Herkunft ungeklärt. (pc)

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