Ab dem Jahr 2020 geht Restmüll nur noch einen Weg

Abfälle aus dem Erzgebirgskreis und dem Landkreis Zwickau lässt der Zweckverband ab Juni kommenden Jahres in Zorbau verbrennen. Wie sich die Gebühren entwickeln, ist aber noch offen.

Zschopau/Marienberg.

Restabfälle aus dem Erzgebirgskreis und dem Landkreis Zwickau werden künftig komplett in der Müllverbrennungsanlage Zorbau (Sachsen-Anhalt) verbrannt. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen (Zas), dem beide Landkreise angehören, hat dazu mit dem Entsorger Sita Service kurz vor Jahresende einen Vertrag geschlossen. Das Unternehmen ist aus einem europaweiten Vergabeverfahren mit fünf Bietern als Sieger hervorgegangen. Die Hausabfälle von 660.000 Bürgern und Gewerbetreibenden beider Landkreise sollen damit ab Juni 2020 in Zorbau entsorgt werden.

Der Zas wird im nächsten Jahr zugleich die Gebühren neu kalkulieren, erklärt Geschäftsstellenleiterin Ramona Uhlig auf Anfrage. Für die Einwohner im Erzgebirgskreis werden diese ab 1. Januar 2021 wirksam. Neben dem Entsorgungsvertrag zum Restabfall fließen in die Kalkulation alle anderen abfallwirtschaftlichen Kosten ein. Ramona Uhlig spricht von Positionen wie Sperr-, Bio- und Grünabfall, Schadstoffsammlung und Wertstoffhof. Dazu sollen bis 2020 weitere Ausschreibungen erfolgen. Erst danach könne der Zas Aussagen über die Gebührenentwicklung treffen, so Uhlig. Die Restabfallentsorgung geht in die Gebührenrechnung zu einem Anteil von rund 37 Prozent ein.

43.000 Tonnen - das ist in etwa die Menge an Restmüll, die Jahr für Jahr im Erzgebirgskreis anfällt. Hinzu kommen etwa 38.000 Tonnen aus dem Landkreis Zwickau. Weil die Verträge mit den Entsorgern noch vor der Kreisreform 2008 geschlossen wurden, geht der Müll im Verbandsgebiet bislang unterschiedliche Wege. Ein Teil des Abfalls aus dem Erzgebirgskreis, der dem früheren Aufkommen im Mittleren Erzgebirgskreis entspricht, wird in der Abfallbehandlungsanlage auf der Deponie Weißer Weg in Chemnitz verarbeitet. Dort entsteht ein Ersatzbrennstoff in Form von energiereichen Pellets, die für die Produktion von Methanol genutzt werden.

Der übrige Abfall aus dem Kreisgebiet wird in drei Umladestationen in Annaberg, Aue und Niederdorf verdichtet und anschließend nach Zorbau gebracht. Dort landet auch der Abfall aus dem Teil des Landkreises Zwickau, der dem ehemaligen Chemnitzer Land entspricht. Der Müll aus dem früheren Kreis Zwickauer Land sowie aus Zwickau wird dagegen in Reinsdorf umgeschlagen, bevor er nach Chemnitz zur Verwertung gebracht wird. Doch im nächsten Jahr laufen die alten Verträge aus. Um den Restmüll nahtlos weiter zuverlässig und zu einem möglichst günstigen Preis entsorgen zu können, hat der Zas die Leistung schon im vergangenen Jahr ausgeschrieben. Auch wegen des großen Mengenanteils und der am Markt vorhandenen Kapazitäten, fügt Ramona Uhlig an.

Die Preise für die Restabfallverwertung unterlagen in den vergangenen Jahren starken Marktschwankungen. Während 2005 für eine Tonne noch bis zu 180 Euro zu zahlen waren, fiel der Preis 2010 unter 50 Euro. Seit 2015 verzeichnet der Zas erneut einen Anstieg. In den Jahren 2016/17 lagen die Marktpreise ohne Transportkosten bei 85 bis 145 Euro pro Tonne. (mit vim)

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