Abiturienten wissen Bühne vor grüner Kulisse für sich zu nutzen

Mit über 900 Gästen war das diesjährige Zschopauer Parkfest sehr gut besucht. Darüber freuten sich nicht nur die Organisatoren der Stadtverwaltung, sondern auch einige Zwölftklässler, die maßgeblich zum Programm beitrugen.

Zschopau.

Wie groß die Freude war, endlich wieder vor einem großen Publikum spielen zu dürfen, ist am Samstag beim Zschopauer Parkfest allen vier Bands anzumerken gewesen. "Schön, dass ihr alle da seid", war immer wieder von der Bühne zu hören, zumal das Publikum im Laufe des Tages anwuchs. Bei Sonnenschein wurden letztlich 900 der vorrätigen 1100 Einlassbänder - so viele Besucher waren laut Hygienekonzept maximal erlaubt - an den beiden Parkeingängen benötigt.

Als die Mitglieder von "Hausgemacht" kurz nach dem Mittag zu Instrumenten und Mikrofon griffen, hielt sich der Andrang noch in Grenzen. Doch schon die Schülerband aus dem vogtländischen Reichenbach sprühte vor Energie. "Sie sind einfach verrückt nach Musik. Und das war ihr erster Auftritt seit Februar", sagte Harald Köhler, der unten im Zuschauerbereich mitfieberte und filmte. Er ist quasi Schuld daran, dass oben auf der Bühne seine beiden Töchter, ein Cousin und ein Freund deutschsprachigen Rock und Pop zum Besten gaben. "Zu DDR-Zeiten wollte ich selbst in einer Band spielen, aber das ging nicht, weil wir keine Instrumente hatten", erzählte der Vater, der nun seine Kinder diese Leidenschaft ausleben lässt. Da spielt auch keine Rolle, dass Sängerin Liselotte Köhler und zwei ihrer Bandkollegen als Zwölftklässler kurz vor dem Abitur stehen. Nach der langen Corona-Pause wird an Konzerten mitgenommen, was geht. Und so machte sich "Hausgemacht" bald wieder auf den Weg in die Heimat, wo abends noch ein Dorffest anstand.

In Zschopau sorgten derweil die "Freebirds", "Jante" und "Erzgebilly" mit ihren Liedern dafür, dass bis nach 20 Uhr gute Stimmung herrschte. Und wer kurz mal abschalten wollte, ging hinüber zum kleinsten Kino der Welt. Aufgebaut hatte es Christian Kitzbichler alias "Funkelfix". Neben einer kleinen Filmbox für zwei Augen hatte der Unterhaltungskünstler aus der Sächsischen Schweiz natürlich auch seinen rollenden "Kinosaal" dabei. "Der Rekord liegt bei 16 Gästen. Das war allerdings noch vor Corona-Zeiten, und es handelte sich um Artisten, die extrem schlank und dehnbar waren", sagte Kitzbichler über seinen umgebauten Wohnwagen, der diesmal nicht annähernd so voll wurde. In Zeiten der Pandemie werden dort nur bis zu vier Besucher hineingelassen, die 1,50 Meter Abstand halten und gut belüftet werden. Auch für "Funkelfix" war es das erste große Fest seit Monaten, doch das Programm bot wie immer vom Trick- bis zum Horrorfilm alles. Und es bestätigte sich einmal mehr die Erfahrung, dass sich Erwachsene - im Gegensatz zu Kindern - immer erst abends ins Kino trauen.

Keine Zeit für Kurzfilme hatten an diesem Tag allerdings die Zwölftklässler des Zschopauer Gymnasiums, die mit einem Kuchenbasar Geld für ihren Abi-Ball im kommenden Juli sammelten. "Das war das zweite Mal nach dem Herbstfest 2019, und wieder hat es sich für uns richtig gelohnt", bilanzierte Anika Brückner, die den Fleiß ihrer männlichen Jahrgangskollegen hervorhob: "Vor allem die Jungs haben sich am Backofen mächtig ins Zeug gelegt." So gut wie die 30 Kuchen, die zahlreichen Muffins und der Kaffee bei den Besuchern ankam, so sehr freuten sich die Gymnasiasten über das Parkfest - nicht nur wegen der Einnahmen. "Das Programm war sehr vielfältig", sagte Anika Brückner, die mit ihren Kollegen die Bühne den gesamten Tag über im Blick hatte.

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