Abkürzung bleibt illegal

Der Amtsberger Gemeinderat hat erneut die Aufhebung der öffentlichen Widmung eines Weges beschlossen, der zu einer Gartenanlage führt. Doch dagegen gab es auch Widerstand.

Amtsberg/Gelenau.

Wer zur Gartenanlage "Am Sonnenhang" bei Gelenau gelangen will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder er nimmt die Zufahrt über den Leitenweg, der von der Straße der Befreiung abzweigt, oder den vom Rad- und Wanderweg kommenden Heuweg. Eine quer über die Wiese führende Abkürzung, die jahrelang vom Radwanderweg aus genutzt wurde, darf dagegen nicht mehr genommen werden. Ausschlaggebend ist ein Beschluss des Gemeinderates Amtsberg, der dem Verbindungsweg auf Amtsberger Flur die öffentliche Widmung entzieht.

Schon vor zwei Jahren hatte das Gremium dazu einen Beschluss gefasst. Damals gab es allerdings einen Fehler bei der Abstimmung: Wegen Befangenheit hätte ein Gemeinderat ausgeschlossen werden müssen. Nun kam das Thema erneut auf die Tagesordnung - und wieder regte sich Widerstand. "Im Sommer wurde eine Unterschriftensammlung abgegeben", sagte Bürgermeister Sylvio Krause (CDU). Pächter der Gartenanlage, die Interessengemeinschaft "Am Sonnenhang" und weitere Gelenauer Bürger taten ihren Unmut kund. Deren Argumentation, dass der Weg auch für Rad- und Wandertouren genutzt werde und daher von überregionaler Bedeutung sei, folgte der Gemeinderat jedoch nicht.

Nach Einschätzung des Gremiums dient der Weg fast ausschließlich als Abkürzung zur Gartenanlage. Für die Allgemeinheit sei er dagegen kaum von Bedeutung. Sylvio Krause stellt zudem infrage, dass der Weg tatsächlich die kürzeste Verbindung darstellt. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Route vom Gasthof "Zur Katze" aus fast genauso lang ist wie die über die Straße zur Befreiung und den Leitenweg. In beiden Fällen ergebe sich eine Strecke von 1,4 Kilometern, was einem rund 17-minütigen Fußmarsch gleichkomme.

Laut Bürgermeister sprechen noch weitere Faktoren für die Entscheidung des Amtsberger Gemeinderates. So sei der Weg im weiteren Verlauf auf Gelenauer Flur nicht öffentlich gewidmet. Außerdem befinde sich der 275 Meter lange Abschnitt, um den sich der Beschluss dreht, nicht im Besitz der Gemeinde Amtsberg. Die Abkürzung führt über ein bewirtschaftetes Gelände, das sich in Privateigentum befindet. Für eine öffentliche Widmung müsste Amtsberg das Grundstück kaufen. Das kommt für den Gemeinderat jedoch nicht infrage.

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