Am Anfang steht der Druck

Die Grafikerin und Malerin Gudrun Höritzsch aus Wilischthal stellt in Hainichen aus. Doch was hat ihre Tochter damit zu schaffen?

Wilischthal.

"Parcours" heißt die Sonderausstellung mit Werken der Wilischthaler Malerin und Grafikerin Gudrun Höritzsch, die derzeit im Gellert-Museum in Hainichen zu sehen ist. Neben Druckgrafiken sind dort auch Kunst-Leuchten ausgestellt. Dabei handelt es sich um Gemeinschaftswerke von Gudrun Höritzsch und ihrer Tochter Esther. "Die erste Kunst-Leuchte stammt aus dem Jahr 2008. Ich fertige die Gerüste, in die ein Leuchtmittel hinein kommt. An den Seiten befinden sich Arbeiten meiner Mutter, die Druckgrafiken", erzählt die Chemnitzerin Esther Höritzsch.

Dank der Lichtquelle in der Mitte der Konstruktion entsteht in Verbindung mit den Grafiken Tiefe. "Ich interessiere mich sehr für die Druckgrafiken meiner Mutter. Irgendwann sind wir auf die Idee mit den Kunst-Leuchten gekommen", erzählt die 37-jährige Diplomingenieurin für Ökologie und Umwelttechnik. Diese werden weitestgehend aus natürlichen Materialien gefertigt, speziell aus Holz und Papier. Dabei werden Holzschnitte in mehreren Schritten auf handgeschöpftes, durchscheinendes Papier aus Japan gedruckt und diese Grafiken dann auf Bildträger - Holzkonstruktionen mit eingefassten Lampenständern - gebracht. Dank der Behandlung des Papiers mit Acryl wird eine höhere Elastizität sowie geringere Licht- und Schmutzempfindlichkeit erzielt.

Gudrun Höritzsch hat ihr Atelier in Wilischthal. Dort entstehen die Druckgrafiken, auf denen verschiedene Formen und Fragmente zu sehen sind, die sich zusammenfügen zu Landschaften oder Räumen. Ein echter Höritzsch wirkt räumlich und geht tief, und zwar tiefer, als es das verwendete Material erwarten lässt.

"Am Anfang ist immer ein Druck auf Papier, auf Leinwand oder Holzfaserplatte", erläutert die Künstlerin ihre Herangehensweise. Auf dem Druck baut sie dann auf. Es entstehen Collagen mit Öl, Collagen mit Kreide, Collagen mit Grafit. Das alles ist kein Durcheinander, es ist strukturiert. Durch die übereinander aufgebrachten Schichten entsteht eine Tiefenwirkung, in die der Betrachter eintauchen kann.

"Über den Anruf von Angelika Fischer habe ich mich sehr gefreut, denn der kam unerwartet", erzählt Gudrun Höritzsch. Verbunden damit war die Einladung der Leiterin des Hainichener Gellert-Museums zu einer Personalausstellung.

Die Sonderausstellung "Parcours" ist bis 5. Mai zu sehen. Geöffnet ist Sonntag bis Donnerstag von 13 Uhr bis 17 Uhr.

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