Amerikaner hängt an zweiter Heimat

Geboren wurde Leon Bauer im US-Bundesstaat Oregon. Wie seine Vorfahren fühlt er sich aber in Deutschland pudelwohl - und hat nun seine zweite Anstellung als Golftrainer im Erzgebirge gefunden.

Zschopau.

Der Dialekt dieses Mannes mit den etwas zotteligen Haaren ist schwierig zu beschreiben. Es ist eine Mischung aus Englisch und Badisch - und damit zugleich ein Beleg für den interessanten Weg, den der 53-Jährige hinter sich hat. Geboren in Portland im US-Bundesstaat Oregon, zog der Amerikaner im Alter von neun Jahren mit seiner Mutter nach Deutschland. Dorthin, wo seine beiden Großväter einst gelebt hatten. Von Heidelberg ging es mit 20 wieder zurück über den Großen Teich. Genauer gesagt, nach Alaska, wo Bauer nach vier Jahren aber erneut vom Fernweh gepackt wurde. Seither lebt er hauptsächlich in der Heimat seiner Vorfahren, doch wirklich sesshaft ist er auch in Deutschland nicht geworden.

Wer genau hinhört, der mag in den Aussagen des Weltenbummlers sogar einen Hauch Erzgebirgisch erkennen. Aufschnappen konnte er so manche Wortwendung 2014 und 2015, als Leon Bauer in Bad Schlema arbeitete. Golf-Trainer war er dort - nur einer von vielen Berufen, die der 53-Jährige schon ausgeführt hat. Drucker, Modeberater, Klempner oder Barkeeper - es gibt kaum einen Job, den Leon Bauer noch nicht ausprobiert hat. Auch mit Elektrotechnik kennt er sich gut aus, weshalb er sich am Frankfurter Flughafen oder an Militärstützpunkten auch schon um die Übertragungstechnik gekümmert hat. Nun beschäftigt sich der gebürtige Amerikaner aber wieder mit der Technik, die bereits in Bad Schlema sein Aufgabengebiet war: der Golfschwung anderer Menschen. Und wieder hat es ihn ins Erzgebirge verschlagen. Nun wollen die Spieler in Zschopau von den Tipps des 53-Jährigen profitieren.

Torsten Kleditzsch

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Golf scheint die einzige Konstante im Leben von Leon Bauer zu sein. "Turniere habe ich zwar kaum gespielt, aber ich konnte vielen Freunden und Bekannten das Spielen beibringen", erzählt er. An eine berufliche Karriere hat er dabei zunächst nicht gedacht. Ihm ging es einfach um den Spaß. 2012 erwarb Bauer in England dann doch ein Zertifikat, das es ihm ermöglicht, als Trainer zu arbeiten. Ein Reiz, dem der Amerikaner kaum widerstehen kann: "Für mich ist es toll, anderen Menschen die Möglichkeit zu bieten, herauszufinden, wie gut sie eigentlich sind."

Die Weiterentwicklung der Spieler und das gemütliche Flair auf dem Platz und im Klubhaus machen für Bauer den Golfsport aus. "Man ist aktiv und trifft Leute." Besonders gern arbeitet der 53-Jährige dabei mit jungen Menschen zusammen: "Es ist wichtig, sich um den Nachwuchs zu kümmern." Dementsprechend groß ist die Vorfreude, Kindern und Jugendlichen den optimalen Schwung beizubringen - mit englisch-badisch-erzgebirgischem Dialekt.


Interessenten könnten immer sonntags in den Golfsport hineinschnuppern

Nachwuchstraining bietet Leon Bauer jeden Sonntag an. Von 11 bis 12 Uhr können Kinder auf der Golfanlage an der Thumer Straße kostenlos üben. Der Trainer freut sich auch darauf, ab August Schüler beim Projekt "Abschlug Schule" zu betreuen.

Schnuppergolf ermöglicht es auch Erwachsenen, probeweise Golfschläger in die Hand zu nehmen. Sonntags von 14 bis 16 Uhr steht Leon Bauer dabei Interessenten mit Rat und Tat zur Seite: "Jeder soll für sich entdecken, ob dieser Sport Spaß macht."

Aktive Spieler können ebenfalls von Tipps des Trainers profitieren, ohne individuellen Unterricht zu buchen. So steht jeden Mittwoch ab 18 Uhr ein offenes Training auf dem Plan. Gegen eine Gebühr von 10 Euro pro Person wird dabei in einer Gruppe geübt. (anr)

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