An der Hauswand und mit Kuhmist klappt's beim Pfirsich

Gartenmeisterschaft: In Reifland gedeihen die Früchte prächtig. Nur bei den Tomaten hapert es dieses Jahr.

Reifland.

Die Pfirsichernte von Reinhard Peche ist in diesem Jahr besonders üppig ausgefallen. Mit einer solchen Menge hatte der Reifländer nicht gerechnet. "Die nahe Flöha ist kalt, als frei stehender Baum oder Strauch hätte die Pflanze hier keine Chance gehabt", sagt er. Sein Blick fällt auf das zwei Meter breite und drei Meter hohe Spalier an seiner Hauswand. Dort wachsen Pfirsiche, die wie gemalt aussehen, sie leuchten gelb und rot, sind faustgroß, und Reinhard Peche bewirbt sich damit bei der Gartenmeisterschaft der "Freien Presse" und der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Erzgebirge (RHG).

Aus südlichen Ländern sind die Früchte bekannt für ihre Süße und ihren Saft, der beim Hineinbeißen herausspritzt. "Als einer auf der Erde lag, habe ich ihn natürlich probiert. Er war einfach nur süß und rich- tig saftig", schwärmt er.

Seit vier Jahren hat er das Spalier mit den Pfirsichen, und schon vor dem Kauf war ihm klar, an welcher Stelle er den Baum pflanzen würde. "Das musste an der Hauswand sein, die zeigt nach Süden, speichert die Wärme und gibt sie bis in die Nacht hinein ab", erzählt der 72-Jährige und verweist auf seinen Familiennamen, der im Französischen unter anderem "Pfirsich" bedeutet.

"Eigentlich kaufe ich Pflanzen und freue mich, dass sie im Frühjahr kaputt gehen", witzelt Reinhard Peche. "Wir haben oft späte Fröste, und die Blüten erfrieren", berichtet er von "normalen" Jahren. "2018 war alles anders, kaum Insekten, auch weniger Vögel, dafür ohne Ende Pfirsiche und Äpfel", weist er auf einen großen Baum hin, der sich unter seiner Last, Äpfel der Sorte Carola, beugt.

Gedüngt hat der Reifländer seine Pflanze auch, mit Rinderpellets, also Kuhmistpellets, die er in Wasser aufgelöst hat - ein Tipp aus einer Fachzeitschrift. Gegossen werden musste die Pfirsichpflanze ebenfalls, alle zwei Tage ein Fünflitereimer, "wenn es richtig ballert, auch öfter". Der Reifländer, der die Verarbeitung der Früchte seiner Ehefrau Brigitte überlässt, hat noch einiges mehr im Freiland und in zwei Gewächshäusern zu bieten. Blaue Bohnen, Schlangengurken und dann den Klassiker Tomaten, mit denen er nicht zufrieden ist. "Die Haut ist sehr hart, im nächsten Jahr hole ich wieder Harzfeuer."

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