Anfragen über Anfragen

Viele Probleme, die sie ansprechen, fallen unter den Tisch, kritisieren Zschopauer Stadträte zur ersten Sitzung nach der Sommerpause. Der Ruf nach einem Kontrollsystem wird lauter.

Zschopau.

Ein Bombardement von Anfragen an die Verwaltung hagelte es am Mittwoch zur ersten Sitzung des Zschopauer Stadtrates nach der Sommerpause. Dieser letzte Tagesordnungspunkt des öffentlichen Teils nahm dann auch die meiste Zeit in Anspruch. Im Mittelpunkt standen Ordnung und Sauberkeit in der Stadt. Es ging etwa um unerlaubte Plakatierung, Telekom-Baustellen, Wildwuchs, Unfallquellen, verdreckte Sandkästen und Containerplätze sowie Unrat im Stadtpark.

Auf einige Punkte gingen Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos) und seine Amtsleiter ein, auf andere nicht. Dass Anfragen von Stadträten unbeantwortet bleiben, ist nicht neu. "Es werden viele Fragen gestellt, und es gibt einfach keine Antworten", monierte etwa Markus Männel (CDU). Im Winter habe er wissen wollen, warum in Krumhermersdorf an einem bestimmten Tag kein Räumdienst gefahren sei. "Auf die Antwort warte ich heute noch", sagte Männel und forderte eine Regelung, damit Anfragen künftig nicht im Sande verlaufen können. Auch Anja Schreiter (Linke), die zu fast jeder Sitzung auf Mängel im Stadtbild hinweist, ärgerte sich. Zum Beispiel habe sie die verdreckten Laternen an der Brücke angesprochen, und nichts sei passiert. "Man wird hier einfach nicht für voll genommen." Ihrer Ansicht nach sollten sie Stadträte spätestens in der nächsten Sitzung eine Antwort auf ihre Fragen erhalten. Veikko Bartsch (BFW/FDP) regte an, zur Abarbeitung des Kataloges eine für alle einsehbare Tabelle zu nutzen.

 


Das Unkraut-Problem

Auf Fußwegen wuchert das Grün. Die Stadt verzichtet bislang auf die chemische Keule. Zum Einsatz kommt Heißschaum. Das Verfahren ist umweltschonend, aber "teuer ohne Ende und mit hohem Personaleinsatz verbunden", sagte Frank Lämmel, kommissarischer Bauamtsleiter. Um das Niveau der vergangenen Jahre zu halten, seien massiv mehr Mittel nötig. Per Hand rücken derzeit auch sechs Ein-Euro-Jobber dem Unkraut in der Stadt zu Leibe. Zu lösen ist das Unkraut-Problem aber auch damit nicht, so Bauhofleiter Wolfgang Schreiter.

 

 

 


Das Telekom-Problem

Die Anzahl der Baugruben für den Breitbandausbau war im Juli auf der Johannisstraße zeitweise auf fünf gewachsen. Erst vor wenigen Tagen ist der vermeintliche Spuk zu Ende gegangen. Und nun das: schon wieder eine Telekom-Aufgrabung an einer Stelle, an der es schon mal eine Grube gab. Eine direkte Verbindung zum Breitbandausbau in Zschopau besteht wohl nicht. In Weißbach ist ein Telekom-Anschluss gestört. Die Ursache dafür soll an jenem Punkt in der Johannisstraße liegen, sagt Sabine Hoh- eisel von der Verkehrsbehörde.

 

 

 


Das Werbetafel-Problem

Die Werbeanlage gegenüber dem Stadtcafé sollte schon längst entfernt sein, monierte Stadtrat Jürgen Hetzner (Linke). Die Tafeln sind laut Oberbürgermeister Arne Sigmund weder genehmigt, noch genehmigungsfähig. Einer Aufforderung der Kommune, die Werbeanlage bis 30. Juli zu entfernen, kam der Eigentümer bislang nicht nach. Die Verwaltung hat den Fall deshalb an die Bauaufsicht im Landratsamt abgegeben. Die Kommune selbst darf die Tafeln nicht abnehmen. Das wäre ein Eingriff in fremdes Eigentum, erklärte Sigmund.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...