Angler freuen sich über Trendumkehr

Die Mitglieder des Sportfischervereins Grenzland Marienberg verzeichnen wieder mehr Zuspruch. Doch sie treibt auch eine Sorge um.

Marienberg.

"Angeln entspannt kolossal" hat die Band Truck Stop schon 1979 gesungen. Die Mitglieder des Sportfischervereins Grenzland Marienberg sehen das ebenso. Dabei befürchteten sie vor einigen Jahren noch das Ende ihres Hobbys. "Der Trend hat sich komplett umgekehrt", sagt der Vereinsvorsitzende Ralf Pöttrich. Demnach sind die Mitgliederzahlen gestiegen, und auch immer mehr junge Leute interessieren sich für diesen Sport.

240 Mitglieder zählt der Verein. Darunter befinden sich 18 Nachwuchsfischer und zwölf Frauen. Zu Hause sind sie vor allem im Erzgebirge. Außerdem zählen einige Angler dazu, die früher in der Region zu Hause waren, jetzt aber unter anderem in Rostock, in Dresden und in den alten Bundesländern wohnen. "Die meisten schätzen die Ruhe und den Naturgenuss, den das Angeln mit sich bringt", sagt der Marienberger. Demnach gehe es keineswegs darum, so viel Fisch wie möglich aus den Gewässern zu holen. "Das geht gar nicht. Schließlich gibt es strenge Regelungen, die jeder Inhaber des Fischereischeins einhalten muss", erläutert Ralf Pöttrich. Der Schein ist die Voraussetzung, um angeln zu dürfen. "Viele sitzen auch im Urlaub gern an einem Gewässer, um zu angeln. Dazu brauchen sie den Fischereischein samt staatlicher Prüfung", so der Vereinsvorsitzende.


Doch das Hobby bringt auch Verpflichtungen mit sich. Dazu gehören die Pflege der den Vereinen anvertrauten Gewässer und deren Besatz mit Karpfen, Schleien, Hechten, Plötzen, Barschen und Aalen. Die Marienberger Sportfischer sind für den Kaiser-, den Gondel-, den Flachsröstenteich und die Hungerteiche verantwortlich. Deren Eigentümer ist die Stadt Marienberg. Der Anglerverband Südsachsen Mulde/Elster hat sie von der Stadt gepachtet und die Grenzlandfischer mit der Pflege betraut. "Wir sorgen dafür, dass kein Müll herumliegt, und wir regulieren Uferbewuchs", nennt der Vereinschef zwei Aufgaben. Außerdem ist der Verein für einen Abschnitt an der Saidenbachtalsperre verantwortlich. Dafür sind mehrere Arbeitseinsätze pro Jahr notwendig. Mit dem oberen Fischteich in Großrückerswalde haben die Sportfischer aus Marienberg einen vereinseigenen Teich. Der ist barrierefrei zugänglich, was auch älteren und weniger mobilen Vereinsmitgliedern erlaubt, ihr Hobby auszuüben.

Sorgen haben die erzgebirgischen Angler allerdings auch. So setzen seit Jahren die Kormorane den Äschenbeständen stark zu. Vor allem im Winter jagen sie die Fische an Stellen, an denen das Wasser nicht zugefroren ist. Da die Äschen in sogenannten Schulen dicht beieinander stehen, sind sie für die Kormorane eine leichte Beute. "Mitunter räumt der Räuber ganze Gewässer leer, sodass die Äsche beinahe verschwunden wäre", so Ralf Pöttrich. Deshalb setzen sich die Anglerverbände für eine Regulierung der Kormoranbestände ein. "Uns geht es nicht darum, den Kormoran auszurotten", betont der 64-Jährige. Die Sportfischer streben demnach ein natürliches Gleichgewicht an, das beide Tierarten leben lässt.

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