Anlage soll der Bezeichnung Park gerecht werden

Schon im Frühjahr rückten Dutzende Freiwillige dem Gestrüpp im Thumer Stadtpark zu Leibe. Am Wochenende waren die Bergstädter erneut unterwegs. Und es soll nicht das letzte Mal gewesen sein.

Thum.

Wer am Samstag im Thumer Stadtpark Ruhe und Entspannung suchen wollte, war zur falschen Zeit am falschen Ort. Kettensägenlärm und Häckslergetöse trübten die Idylle. Beil, Hacke und andere Gartengeräte bestimmten das Bild, Sträucher wurden aus dem Wald geschleppt und vom Bagger abtransportiert. Der große Herbstputz im Areal stand auf dem Programm, und fast 30 Helfer hatten fleißig mit angepackt. Mit viel Einsatz ist dabei vor allem dem Wildwuchs zu Leibe gerückt worden. Die Initiatoren, die AG Kultur der Stadt mit Cheforganisator René Dippmann, zeigten sich mit der Resonanz beim Einsatz überaus zufrieden. Vereine, Kirchen, die freiwillige Feuerwehr, der Bauhof und Bürger waren dem Aufruf gefolgt.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte der Stadtparkputz seine Premiere erlebt. An zwei Terminen waren mehr als 60 Helfer beteiligt. "Mit so vielen hatten wir gar nicht gerechnet", freute sich Dippmann, Mitarbeiter im Haus des Gastes. Mit seinen imposanten Felsklippen, seinen Wegen und Trockenmauern sowie unter anderem seinem Mischwaldbestand hinterlässt das Areal einen wildromantischen Eindruck bei Besuchern. Das soll auch so bleiben. Allerdings hatte es in jüngster Zeit mehr wild als romantisch ausgesehen. "Als wir im Frühjahr die Wege unter anderem mit dem Laubsauger reinigten, haben wir erst einmal festgestellt, dass unter dem Schmutz schöne Steinplatten liegen", so René Dippmann.

Geplant ist, dass der Frühjahrs- und Herbstputz künftig regelmäßig über die Bühne gehen sollen. "Der Park soll wieder seiner Bezeichnung gerecht werden", so der Stadtmitarbeiter zum Ziel der Aktionen. Dabei kann sich Dippmann vorstellen, dass auch eine Art Naturlehrpfad entstehen könnte. "Eventuell könnten eine Tischtennisplatte oder vielleicht eine Grillhütte das Areal bereichern", nennt er einige Vorstellungen. Dabei denkt er auch an eine Nutzung durch die Schulen. Das Denkmal von Friedrich August Kunze, ein Bronzerelief in einem 35 Zentner schweren Granitblock, benötigt irgendwann einen neuen Schliff. Längst nagt der Zahn der Zeit am Relief. Der Stein ist 1909 vom Erzgebirgsverein eingeweiht worden. Der Schuldirektor hatte sich für den Stadtpark stark engagiert, der am 2. September 1907 eingeweiht worden war. Natürlich soll die Anlage auch zum 550. Jubiläum der Stadtgründung im nächsten Jahr einen guten Eindruck machen.

Doch das Jubiläum ist nicht der unmittelbare Grund für die Verschönerungskuren. "Vielmehr geht es um die Nachhaltigkeit", betonte Bürgermeister Michael Brändel. Fakt ist: Im Park ist schon immer Bedarf vorhanden gewesen, die Anlagen in Ordnung zu halten. Und René Dippmann war die Idee nicht einfach so im Traum gekommen. Auslöser war vielmehr ein Urlaub im Harz. "Dort ist alles richtig schön angerichtet, da haben wir echt Nachholbedarf", sagt der Herolder.

Die Helfer gingen mit Engagement zur Sache. Helmut Metzler riss sogar mit seinen 79 Lenzen noch Bäume aus. "Wir versuchen, hier etwas in Ordnung zu bringen und wollen für die Allgemeinheit etwas tun", sagte der Thumer. Er und Stefan Wolf gehören der Freikirche Thum an. "Die Freikirche hatte letzte Woche schon einen Einsatz hier organisiert, weil viele von uns heute keine Zeit haben", erklärte Stefan Wolf.

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