Aus Wunsch wird Wirklichkeit: Stadt lässt Kulturpark erneuern

Sieben Jahre nach der Fusion von Pockau und Lengefeld wird damit ein Versprechen eingelöst. Bauchschmerzen bereiten allerdings die Kosten.

Pockau-Lengefeld.

Der Herbstwind weht leise durch die immer lichter werdenden Bäume. Eine dicke Laubschicht bedeckt den Boden. Im Hintergrund läuten die Turmglocken. Der Kulturpark im Zentrum von Pockau ist ein idyllisches Plätzchen. Doch die Anlage ist in die Jahre gekommen. Die Erinnerungstafeln am Monument sind mit Farbe besprüht. Moos bedeckt die Steinplatten an den Treppen, Putz bröckelt aus den Mauerfugen. Die Geländer: verkratzt und verrostet. Doch das alles soll sich bald ändern.

"Die Pockauer hängen an ihrem Kulturpark", sagt Pockau-Lengefelds Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU). Früher seien dort große Feste gefeiert worden, Massen versammelten sich in der Anlage. Ideen zur Verschönerung des Parks habe es schon vor 2013 gegeben. Mit der Fusion von Pockau und Lengefeld am 18. April 2013 wurde den Einwohnern schließlich zugesichert, dass ihrem Wunsch auch entsprochen wird. Nun, sieben Jahre später, kann das Projekt, lang ersehnt, angegangen werden. Der Stadtrat hat mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen der Umgestaltung des Kulturparks zugestimmt.

Einwohnerversammlung, Gespräche mit dem Ortschaftsrat: Seit dem Zusammenschluss sei an dem Vorhaben gearbeitet worden, sagt Wappler. "Es gibt die klare Erwartungshaltung, dass wieder ein Platz zur Erholung für Kinder und Familien entsteht. Doch zwischen Wünschen und Finanzierung geht eine Schere auseinander", ergänzt der Bürgermeister. Bauamtsleiter Frank Lämmel spricht von fast einer Million Euro, die von einem Planer im Oktober 2019 ermittelt wurden. Deshalb wurde das Projekt überarbeitet, einige Wünsche gestrichen. "Aus unserer Sicht aber ein guter Kompromiss", sagt Pockaus Ortsvorsteher Gunar Schreiber (CDU).

Die Pläne beinhalten im Wesentlichen eine Verschönerungskur für den Kulturpark. Neue Wege ersetzen die alten Treppen. Der zentrale Platz wird umgestaltet. Die Bühne auf der Erhöhung bleibt erhalten, wird kleiner und rückt näher zum Publikum. Der Bachlauf wird saniert, der aktuell abgedeckte und umzäunte Springbrunnen im unteren Teil des Parks erneuert. Unberührt bleibt hingegen das Monument im oberen Bereich. Das Wichtigste: "Der Charakter des Kulturparks soll sich nicht verändern", erklärt Wappler.

Trotz Einsparungen wird das Projekt wegen gestiegener Baupreise teurer. Im Haushalt einplant waren 510.000 Euro. Nun rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von 760.000 Euro. Zwei Drittel des Vorhabens werden voraussichtlich gefördert. "Bei der Summer hätte ich mir im Vorfeld von der Verwaltung eine Übersicht gewünscht, was genau alles saniert und erneuert wird", kritisiert Michael Gasch (Freie Wähler/ SPD/Die Linke). Auch Elke Schmieder (CDU) habe Bauchschmerzen, ob die Stadt aufgrund der Corona-Folgen in der Lage ist, das Projekt finanziell zu stemmen. Bürgermeister Wappler verweist diesbezüglich auf die Dringlichkeit, denn im nächsten Jahr würden die Fördermittel auslaufen. Rainer Süß (AfD) spricht sich wiederum gegen die Neugestaltung des Kulturparks für 760.000 Euro aus. Gerd Glöckner (Freie Wähler/ SPD/Die Linke) hingegen weiß als Pockauer um die Bedeutung des Vorhabens: "Die Einwohner werden sich freuen. Denn es gab im Ort schon Gerüchte, dass gar nichts mehr gebaut wird." Die Bauanlaufberatung sei bereits erfolgt, seit dieser Woche wird im Kulturpark gearbeitet. Nach dem Winter wird die Sanierung fortgesetzt. Wappler: "Hoffentlich können wir den neuen Kulturpark 2021 einweihen."

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