Aussteller werben um künftige Azubis

Die Ausbildungsmesse in Marienberg lockte 2500 Neugierige an. 90 Aussteller präsentierten sich den jungen Leuten, die am liebsten in der Heimat einen Beruf erlernen wollen.

Marienberg.

Der Trend ist bestätigt worden: Firmen und Behörden müssen um Nachwuchskräfte werben. "Und die stehen untereinander im Wettbewerb", sagte Matthias Lißke. Seit 1990 ist er als Wirtschaftsförderer im Erzgebirge tätig und hat in dieser Zeit einen entscheidenden Wandel erlebt. "Vor Jahren gab es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze. Mittlerweile stellt sich das Verhältnis ganz anders dar", so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH weiter.

Das Motto "Hier geblieben" zeigte den Wunsch der Ausbildungsbetriebe, dass sich die Schüler einen Ausbildungsberuf in ihrer Heimat suchen sollen. Die Sporthalle "Am Goldkindstein" in Marienberg platzte fast aus allen Nähten, 90 Aussteller und rund 2500 Besucher drängten sich in den Gängen. Die Messe in Marienberg ist Teil einer ganzen Reihe - die Ausbildungsmesse in Annaberg-Buchholz hatte auch in diesem Jahr den Anfang gemacht, gefolgt von Stollberg und Aue. Das Spektrum der Aussteller war breit gefächert, es reichte vom Mittelständler über Krankenkassen, Ämter und Berufsschulen bis zu Universitäten.

"Ich finde die Messer super. Hier bekommen junge Leute mehr Eindrücke von dem Beruf, den sie ergreifen wollen", sagte Katharina Morgenstern. Die Deutschneudorferin war mit ihrem Sohn Christoph zur Messe nach Marienberg gekommen. Der 13-Jährige sieht seine berufliche Zukunft bei Polizei oder beim Zoll.


Die Ausbilderin

Die Olbernhauer Firma Zenner Ventilatoren aus Olbernhau bildet Industriemechaniker und Konstruktionsmechaniker aus. Diana Zöller weiß genau, wer als Azubi für das Unternehmen infrage kommt. "Es muss jemand mit technischem Interesse sein, der offen für etwas Neues ist, er oder sie sollte handwerklich geschickt und zielstrebig sein", beschreibt die Ausbilderin für Technische Produktdesigner die Anforderungen. Auf der Ausbildungsmesse in Marienberg konnte man sich einen Überblick verschaffen. "Wir kommen hier mit den zukünftigen Lehrlingen in Kontakt, können uns gegenseitig kennenlernen. Die Ausbildungsmesse in Marienberg macht Sinn für unsere Firma, daraus haben sich schon Lehrverhältnisse ergeben. Heute verzeichnen wir einen guten Zulauf, 2017 schienen es aber insgesamt mehr Besucher gewesen zu sein", so die Lehrausbilderin der Olbernhauer Firma.dit


Die Neuntklässlerin

Das, was ihre Schwester Vanessa derzeit macht, schwebt auch Sophie Spindler vor. "Ich würde gern eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin beginnen, entweder in einem Krankenhaus oder Pflegeheim", hat das 13-jährige Mädchen schon ziemlich konkrete Vorstellungen. Die Ausbildungsmesse in der Sporthalle "Am Goldkindstein" in Marienberg findet die Olbernhauerin toll: "Weil ich dadurch einen groben Überblick gewinnen konnte." Die Neuntklässlerin hatte im vergangenen Schuljahr schon ein einwöchiges Praktikum in einem Pflegeheim absolviert. "Das hatte mir sofort gefallen und auch, was ich von meiner Schwester Vanessa höre, die derzeit im 1. Lehrjahr ist, bestärkt mich." Sie rechnet sich gute Chancen für einen Ausbildungsplatz aus und würde gern in der Heimat bleiben. "Für eine Lehrstelle würde ich aber auch woanders hingehen."dit


Der Lehrmeister

"Unsere Firma will und muss die Nachwuchskräfte ausbilden, deshalb müssen wir ganz einfach auf dieser Messe präsent sein", sagt Robert Spitzner. Der 35-Jährige ist Lehrmeister bei der Kunststofftechnik Weißbach GmbH in Gornau. "Wir bilden unter anderem Zerspaner, Mechatroniker und Verfahrensmechatroniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik aus und haben ganz genaue Vorstellungen, was ein Lehrling haben muss: Er oder sie muss technisches Interesse mitbringen, dazu Lust auf neue Technologien haben, muss selbstständig arbeiten wollen und können sowie kreativ sein." Dass die Firma auf einer solchen Messe präsent ist, steigere deren Bekanntheit in der Region und sei perfekt, um Kontakte zu knüpfen. "Wir sind zufrieden, wie die Messe gelaufen ist. Es waren viele Besucher an unserem Stand und haben sich informiert. Was es wirklich gebracht hat, wird die Zukunft zeigen."dit


Der Neuntklässler

"Die Ausbildungsmesse zu besuchen, war eine richtig gute Entscheidung", sagt Martin Fichtner. "Ich habe viel erfahren über meinen möglichen zukünftigen Beruf", zieht der 15-Jährige aus Pockau ein positives Fazit. Wie der genau heißt und aussieht, weiß der Neuntklässler noch nicht. Der Beruf, den er erlernen und ausüben will, soll Spaß machen und soll mit Technik zu tun haben. "Ich will die Möglichkeit haben, viel dazuzulernen und mich weiterzuentwickeln", fügt Martin Fichtner hinzu. Im Jahr 2020 will er seine Ausbildung beginnen und er denkt, dass er gute Chancen hat, seinen Beruf zu erlernen. "Natürlich kommt es darauf an, wie viele Mitbewerber in dem Jahr auch eine Lehrstelle suchen", ist Martin Fichtner Realist. Am liebsten würde er für die Ausbildung in der Heimat bleiben, so der junge Mann. "Notfalls gehe ich dafür auch weg. Aber nur ungern", betont der Pockauer.dit

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