Ausstellung weckt viele Erinnerungen

Die DDR-Spielzeugschau in Auerbach ist für Jens Gödel etwas ganz Besonderes: Einst hat er mit dem Plastetraktor gespielt, mit dem er als Erwachsener dann auf die Felder gefahren ist. Nicht die einzige Geschichte.

Auerbach.

Mit einem Lächeln betrachtet Jens Gödel das Modell eines Traktors in der aktuellen Ausstellung "Spielzeug aus DDR-Zeiten" in der Heimatstube Auerbach. Die Technik weckt bei dem 50-Jährigen Erinnerungen. Mit seinem älteren Bruder hat er gern mit dem ZT 300 aus Plaste gespielt. "Wir haben uns so manches mal auch darum gestritten", erinnert sich der Auerbacher. Fakt ist aber auch: Der Traktor scheint Jens Gödel nachhaltig beeindruckt zu haben, oft hat er als Junge davon geträumt, einmal mit einer solchen Maschine - aber aus Metall, mit großen Rädern und einem richtigen, tuckernden Motor - über die Felder zu fahren. Es hat geklappt. Über das Spielen ist er zum Beruf gekommen. Nach der Schule hat Jens Gödel in der Landwirtschaft gelernt - und der ZT 300 wurde eines seiner "Dienstfahrzeuge".

Etwa 450 Besucher haben bisher die Ausstellung mit etwa 1000 Exponaten gesehen. "Am meisten beeindruckt mich die Menge der Ausstellungsstücke. Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Spielzeug aufgehoben wurde", sagt Jens Gödel.

Ein Anziehungspunkt ist das Hütchenspiel. "Den Klassiker gab es vermutlich fast in jedem Kinderzimmer", so Christian Sehm, Vorsitzender des Heimatvereins Auerbach. "Vor allem die ältere Generation erkennt vieles wieder. Kinder können oftmals mit dem Spielzeug ihrer Eltern oder Großeltern nichts anfangen, sie haben einfach keinen Bezug dazu. Bekommen sie aber Sinn und Funktionsweise erklärt, sind sie interessiert und erstaunt."

Und so mancher Besucher, der in der Ausstellung plötzlich sein eigenes Spielzeug wiederentdeckte, war überrascht und erfreut, dass seine ferngesteuerten Autos, mit denen er so gern gespielt hat, oder die Indianer nicht im Müll gelandet sind und die Eltern das Lieblingsspielzeug aus Kindertagen dem Heimatverein als Leihgabe für die Ausstellung überlassen haben.

Eine Reise zurück in die Vergangenheit war der Besuch für Petra Saupe. Die gebürtige Thalheimerin lebt im norditalienischen Turin und hat den Weihnachtsurlaub in der Heimat für einen Bummel mit den Eltern durch die Spielzeugwelt ihrer Kindheit genutzt. "Es berührt mich sehr, die Dinge zu sehen, mit denen ich gespielt habe, sie erinnern mich an schöne Zeiten", so die 45-Jährige. Und ihr Vater Peter Saupe meint: "Ich denke aber auch daran, wie schwierig es manchmal war, die Wünsche der Kinder zu erfüllen. Einmal haben wir monatelang nach einem Teddy gesucht. Wir waren mindestens genauso glücklich wie die Tochter, als wir in einem ganz kleinen Laden den ersehnten Bär erstanden hatten."

Die Ausstellung " ist in der Heimatstube, Hauptstraße 83 auch noch am 6. und 27. Januar von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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