Austausch soll neu belebt werden

Aktuell haben Zschopau und Neckarsulm andere Sorgen. Für die Zukunft nehmen die Partnerstädte aber ein gemeinsames Projekt für die junge Generation ins Visier.

Zschopau.

So sehr die Corona-Pandemie die aktuellen Geschehnisse auch prägt: Zschopau und Neckarsulm beschäftigen sich bereits mit der Zukunft. Mit der Wiederbelebung eines Schüleraustauschs wollen beide Städte ihrer Partnerschaft einen neuen Impuls geben. "Sofern es die Lage zulässt, werden wir uns Anfang des kommenden Jahres zusammensetzen und darüber sprechen", sagt Zschopaus Oberbürgermeister Arne Sigmund. Er geht damit auf eine Anregung seines Neckarsulmer Amtskollegen Steffen Hertwig ein, der Anfang Oktober bei einem Besuch in der Motorradstadt auf das Thema eingegangen war.

Als Hertwig am Tag der Deutschen Einheit im Schloss Wildeck zu Gast war, hatte er neben einem Präsentkorb auch einen symbolischen Scheck über 1500 Euro dabei. "Damit wollen wir etwas wiederbeleben, das in den vergangenen Jahren eingeschlafen ist", sagte Hertwig in Anspielung auf gegenseitige Besuche von Schülern der beiden Partnerstädte. Auf die Idee sei er auch deshalb gekommen, weil in Neckarsulm diesen September die Franz-Binder-Verbundschule eingeweiht worden war. Erstmals in Baden-Württemberg werden durch dieses Modell drei Bildungsgänge unter einem Dach vereint. Neben einer Werkrealschule und einer Realschule gehört dazu ebenso eine Gemeinschaftsschule. Passend zur Vision, dass dort zumindest für einige Stunden auch Schüler aus Zschopau den Unterricht besuchen könnten, stammt die Leiterin der Schule aus Sachsen. "Sie kommt aus Dresden und ist früher sogar eine MZ ETZ gefahren", so Hertwig.

Ganz so überraschend wie fürs Publikum kam diese vom Neckarsulmer Stadtoberhaupt als "Initialzündung" bezeichnete Anregung für Arne Sigmund nicht. "Wir hatten uns im Vorfeld abgestimmt", sagt der Zschopauer Oberbürgermeister, der voll und ganz hinter dem Projekt steht. "Gerade für junge Leute beider Regionen ist es wichtig, sich und die jeweiligen Gewohnheiten kennenzulernen", sagt er. Nur so könnten gegenseitiges Verständnis und auch Freundschaften entstehen. "Ob das auf kultureller Ebene, über Kunst oder Sport geschehen soll, werden wir demnächst besprechen", blickt Sigmund voraus.

Einer, der sich über gegenseitige Besuche von Schülern freuen würde, ist Mathias Raschke. Der Leiter des Zschopauer Jugendclubs High-Point war Anfang der 1990er-Jahre bei Reisen nach Neckarsulm dabei. Das dortige Jugendhaus, in das damals der Weg führte, gebe es nicht mehr. Der Kontakt sei abgebrochen, auch wenn Zschopauer Gymnasiasten noch mehrfach die Partnerstadt besuchten, um beispielsweise an Handballturnieren teilzunehmen. Auch diese sind nun Geschichte.

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