Autofahrer bis zu 68 km/h schneller als gestattet

Wolkensteiner Stadtrat erstaunt über Bilanz der Geschwindigkeitsmessung

Wolkenstein.

Erst im vorigen Jahr hatte sich Wolkenstein über einen Anerkennungsbescheid aus dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit gefreut. Dieser besagte, dass die Stadt auch für die nächsten zehn Jahre das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort" tragen darf. Der Ortsteil Warmbad ist sogar Kurort, weshalb die Stadt großen Wert auf Lebensqualität und Sicherheit legt. Entsprechend erstaunt, teilweise sogar geschockt, waren die Stadträte, als Bürgermeister Wolfram Liebing in der jüngsten Sitzung die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen der Polizei aus dem zweiten Halbjahr 2020 vorstellte.

Die höchste Überschreitung sei auf der Umgehungsstraße im Ortsteil Schönbrunn festgestellt worden, wo das Messgerät in einer 70er-Zone 138 Kilometer pro Stunde anzeigte. "Platz 2" ging an einen Fahrer, der nur zwei Kilometer pro Stunde langsamer war. "Das ist schon sportlich", sagte Liebing mit ironischer Stimme auch hinsichtlich der Werte in Hilmersdorf, wo ein Kraftfahrer mit 104 statt der maximal erlaubten 50 Kilometer pro Stunde unterwegs war. Während sich die Ausreißer auf der Talstraße im Ortsteil Floßplatz (71 bei 50) in Grenzen hielten, stimmten die Räte Messresultate in Warmbad bedenklich. In einer 30er-Zone hatte ein Blitzer bei 66 Kilometer pro Stunde ausgelöst. An der Waldmühle, wo höchstens 70 erlaubt sind, lag der Höchstwert bei 120 Kilometer pro Stunde. "Das ist nicht so günstig", lautete die milde Formulierung des Bürgermeisters zu einem Thema, das der Stadt extrem wichtig sei. Dabei lobte er die gute Kooperation mit der Polizei und kündigte weitere Kontrollen an. "Die Sachen, die wir angesprochen haben, werden auch im nächsten halben Jahr kontrolliert." Er notierte sich die Anregung von Stadträten, weitere Tempo-30-Zonen einzurichten, und will den Kontakt mit dem Verkehrsamt suchen. Auch wenn ein solcher Vorstoß im Fall einer Hilmersdorfer Straße zuletzt gescheitert war. Sarkasmus und Ernüchterung klangen in Liebings Worten: "Offenbar ist es den Fahrern egal, was wir für Schilder aufstellen." (anr)

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