Autos bringen Gläser im Schrank zum Wackeln

Um Gefahr abzuwenden, hat Gornaus Bürgermeister Tempo-30-Schilder aufstellen lassen. Doch die mussten wieder weg.

Gornau.

Wenn am Haus von Thomas Sowade ein großes Fahrzeug vorbeifährt, wackeln in der Vitrine im Wohnzimmer die Gläser. Nur für zwei Wochen war etwas Ruhe eingekehrt. Weil die Chemnitzer Straße in Gornau Schäden aufweist, hatte Bürgermeister Nico Wollnitzke (CDU) von der Eck- bis zur Dorfstraße Tempo-30-Schilder aufstellen lassen. In den 1990er-Jahren wurden an mehreren Stellen Gas- und Wasserleitungen quer über die Straße verlegt. An diesen Stellen hat sich inzwischen die Fahrbahndecke gesenkt. Wenn Lkw über diese Querrinnen fahren, dann entstehen Erschütterungen, die im Haus spürbar und Thomas Sowade zufolge auch sichtbar sind. Der Gornauer zeigt auf einen Riss, der sich im Außenputz gebildet hat. Busse und Lkw würden ohnehin viel zu schnell durch den Ort fahren. "Bei Milchtankern ist es am schlimmsten. Das ist jedes Mal wie ein kleines Erdbeben."

Diesen Sommer sollen die Querrinnen beseitigt werden, sagt Nico Wollnitzke. Die Reparatur sei schon in Auftrag gegeben. Bis dahin wollte er das Problem mit dem Tempo-Limit lösen. Doch in der zurückliegenden Woche musste er die Schilder wieder entfernen lassen. Die Verkehrsbehörde in Zschopau hatte ihn dazu aufgefordert. Es handele sich um eine übersichtliche Strecke mit Querungen, die keine Gefahr für den innerörtlichen Verkehr darstellen, hieß es zur Begründung. Gefahr sei ohnehin nicht in Verzug gewesen, wurde bei einer Kontrollfahrt mit der Polizei eingeschätzt.


Nur in diesem Fall hätte der Bürgermeister die Anordnung zum Aufstellen der Schilder treffen können, erklärt Sabine Hoheisel von der Verkehrsbehörde. Grundsätzlich dürfen Verkehrszeichen nur dann aufgestellt werden, wenn dafür eine verkehrsrechtliche Anordnung vorliegt. Dazu ist zuvor ein Antrag zu stellen, der dann geprüft und schließlich beschieden wird. Für Nico Wollnitzke kam der Hinweis der Polizei sehr überraschend. Dass hier keine Gefahr in Verzug sein soll, könne er nicht verstehen.

Thomas Sowade befürchtet nun, dass der Riss im Putz durch die Erschütterungen weiter wächst. "Ich will keinen Streit, schon gar nicht mit der Gemeinde. Aber eine Lösung muss her. Denn ich muss mein Eigentum schützen", sagt er. Zunächst will er Schwingungsmessungen und ein Gutachten erstellen lassen. Und kündigt zugleich an, gegen den Straßenlastträger zu klagen. (mit dit)

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