Backen für China: Firma will Export ausbauen

Annaberger Backwaren setzen vor allem auf verschiedene Stollen

Annaberg-Buchholz.

Ein paar Pakete werden jedes Jahr schon auf die Reise nach China geschickt. "Wir haben dort einen kleinen Anteil an Privatkunden, die bei uns bestellen", sagt Martin Hübner, Geschäftsführer des Unternehmens Annaberger Backwaren. Dazu gehörte bisher etwa eine Firma, die für ihre Weihnachtsfeier einen Riesenstollen haben wollte. Doch das Geschäft mit Abnehmern im Reich der Mitte soll wachsen. Erste Kontakte dafür wurden vor Kurzem vor Ort geknüpft.

Martin Hübner gehörte einer Firmendelegation bei einer Reise an, die die Teilnehmer - organisiert vom Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft - in die Provinz Hubei im Südwesten Chinas führte. Mit im Gepäck waren Kostproben verschiedener Stollen, um die es bei einem möglichen Export auch wegen der relativ langen Haltbarkeit vor allem geht. "Das Produkt ist dort weitgehend nicht bekannt. Aber es kam bei den Verkostungen gut an, möglicherweise ist es für den chinesischen Markt noch ein bisschen zu süß", so Martin Hübner. Man brauche unbedingt Ansprechpartner vor Ort, die die Sprache sprechen, um Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Ein erster Schritt dafür ist nun getan. "Es wäre verfrüht zu sagen, dass wir in diesem Jahr palettenweise Stollen nach China exportieren werden", so Hübner. Aber die geknüpften Kontakte sollen genutzt werden, um das Geschäft auszubauen. Zunächst werde es etwa Musterlieferungen geben. Vorstellbar sei später, dass Läden mit europäischen Spezialitäten auch Produkte wie den Original Erzgebirgischen Butterstollen beziehen. Der Export könne klassisch mit dem Schiff funktionieren. "Das geht mittlerweile aber auch mit der Bahn relativ zügig", so der Geschäftsführer.


Das ist ein Metier, in dem das Unternehmen bereits viele Erfahrungen hat. Es verkauft seine Produkte in gut 50 Länder - etwa nach Großbritannien, Kanada, Australien und in die USA. Die stärksten Märkte würden sich aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz befinden. Generell spiele der Versand auch außerhalb der Stollen-Saison eine wichtige Rolle. Dabei nimmt der Online-Handel einen immer größeren Anteil ein. "Etwa ein Drittel der Bestellungen kommen über unseren Web-Shop rein", sagt Martin Hübner.

Rund 180 feste Mitarbeiter sind derzeit bei den Annaberger Backwaren beschäftigt, davon etwa 40 in der Produktion. Es gibt aktuell fünf Auszubildende. Zum Unternehmen gehören 31 Filialen und Verkaufsfahrzeuge. (aho)

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