Bei Zwangsversteigerung von Scharfensteiner Kulturhaus zugeschlagen

Das ehemalige Scharfensteiner Kulturhaus ist nun Eigentum der Gemeinde. Offen bleibt dennoch, was damit geschehen wird.

Scharfenstein.

Wo einst große Feste gefeiert wurden, regiert inzwischen das Unkraut. Doch nicht nur die wuchernden Sträucher vor dem ehemaligen Scharfensteiner Kulturhaus stellten für die Gemeinde Drebach ein Problem dar. Dass an dem markanten Gebäude am ehemaligen dkk-Gelände in den vergangenen Jahren keine positive Entwicklung zu erkennen war, dürfte auch am Besitzer gelegen haben. Doch dieses Kapitel kann abgehakt werden, da die Kommune das Objekt bei einer Zwangsversteigerung am Amtsgericht Chemnitz nun in ihren Besitz brachte.

"Weil der Besitzer Zahlungsaufforderungen nicht nachgekommen ist, hat das Finanzamt München eine Zwangsversteigerung eingeleitet", erklärt Drebachs Bürgermeister Jens Haustein. Da auch gegenüber seiner Gemeinde als Gläubiger im Grundbuch Beträge ausstanden, sei diese dem Verfahren beigetreten. "Wir saßen quasi mit dem Freistaat Bayern in einem Boot", sagt Haustein, der mit dem Scharfensteiner Ortsvorsteher Wolfgang Volkmann, einst verantwortlich für das Kulturhaus, zum Termin am Chemnitzer Amtsgericht erschien.

Das Ziel, mit dem Erwerb die Zukunft des Hauses bestimmen zu können, war aber nicht ganz so einfach zu erreichen. Schließlich saß noch ein anderer Interessent im Saal, der beim Mindestgebot von 20.000 Euro seinen Arm in die Höhe streckte. "Nach eigener Aussage hatte er das Haus noch nicht gesehen und auch kein Konzept", so Haustein. Dennoch ging es hin und her, bevor die Drebacher für 39.100 Euro den Zuschlag erhielten. Damit blieben Haustein und Volkmann unter dem selbst gesteckten Limit und auch knapp unter dem Wertgutachten, in dem 40.000 Euro angegeben waren.

"Wir sind jetzt beim Straßenbau in diesem Bereich von niemandem mehr abhängig", nennt Drebachs Bürgermeister den großen Vorteil der Ersteigerung. Welche langfristigen Folgen dieser Schritt mit sich bringt, vermag Haustein dagegen noch nicht zu sagen: "Es gibt noch keine Vorstellung für eine Nutzung des Objekts. Wir werden uns zu gegebener Zeit damit beschäftigen." Von einem Abriss bis zu einer Wiederbelebung des ehemaligen Kulturhauses will der Bürgermeister nichts ausschließen: "Wenn ein Interessent mit einem passenden Konzept kommt, ließe sich bestimmt gemeinsam eine Lösung finden."

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