Bester Jungmeister bricht eine Lanze für die Jugend

Ein Seiffener will den Nachwuchs an das Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerk heranführen. Dafür hat er sich manchen Abend um die Ohren geschlagen.

Seiffen.

Christian Neuber ist 23 Jahre alt. Den Meisterbrief des Drechsler- und Holzspielzeugmacherhandwerks hat der Seiffener aber schon in der Tasche. Diesen Sommer schloss er den zweijährigen Lehrgang bei der Handwerkskammer ab und das als bester seines Jahrgangs. Er ärgert sich, wenn über die Jugend gesagt wird, sie sei sich zu fein für das Handwerk. "Das stimmt so einfach nicht", bringt er seine Meinung auf den Punkt. Es gebe viele junge Leute, die seinem Beruf nachgehen. Er hat mit dem Meisterbrief auch die Befähigung erlangt, selbst auszubilden. Im Betrieb seiner Familie, der Erzgebirgischen Volkskunst Knut Weber, zählt eine engagierte junge Auszubildende zum 15-köpfigen Mitarbeiterteam. In ihrer Klasse an der Seiffener Holzspielzeugmacherschule lernt sie gemeinsam mit insgesamt 18 jungen Frauen und Männern. Damit ist ihre Klasse so stark wie schon lange nicht. "Um die Zukunft des Berufes muss man sich keine Sorgen machen."

Der Ruf der Jugend sei besser als es allgemein heißt, bricht er eine Lanze für seine Generation. Selbst ausbilden zu dürfen war für Christian Neuber ein Grund, sich für den Meisterbrief zu entscheiden. Dafür sei der unabdingbar. "Ich möchte meinen Lehrlingen etwas bieten können", erklärt er seinen Standpunkt. Im nächsten Jahr übernimmt er den elterlichen Betrieb. Dazu hat der 23-Jährige während des Lehrgangs sowohl zusätzliche fachliche Kompetenzen angeeignet als auch kaufmännische Aspekte der Unternehmensführung erlernt. Dabei seien die Lerninhalte sehr gut auf die Handwerksbetriebe zugeschnitten gewesen. "Das Kaufmännische war für mich das Schwerste, aber das wusste ich schon vorher", so der Seiffener.

Vor drei Jahren war sein Vater Knut Neuber nach schwerer Krankheit gestorben. Seine Mutter Annett Neuber sprang als Geschäftsführerin ein, damit es im Unternehmen weitergehen konnte. Ein Jahr nach dem Tod seines Vaters begann Christian Neuber mit dem Meisterlehrgang. Das bedeutete viel Arbeit und Büffelei nach Feierabend. Auch das Meisterstück, ein Schwarzenberger Schwibbogen mit dreidimensionalen Figuren, entstand im Wesentlichen nach dem Arbeitstag im Betrieb.

Der 23-Jährige steht für die mittlerweile sechste Generation des 127 Jahre alten Familienunternehmens. Hergestellt werden dort in erster Linie hochwertige Schwibbögen und Pyramiden sowie Raum- und Tafelschmuck und Spanschachteln. Die meisten Kunden kommen aus Deutschland. Exportiert wird unter anderem nach Japan, in die Schweiz und die USA.

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