Betreibersuche für Jugendherberge

Im Januar soll das Verfahren abgeschlossen werden. Der Investor rechnet noch 2020 mit dem Baubeginn im Stadtcafé.

Zschopau.

Seit vergangenem Frühjahr ist es um den geplanten Umbau des Stadtcafés zu einer Jugendherberge ruhig geworden. Im Mai hatte der Stadtrat Mittel aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" zugesagt und damit die Weichen für die Sanierung dieses denkmalgeschützten und eines weiteren Gebäudes der Zschopauer Innenstadt gestellt.

Eigentümer Toralf Zinner sprach damals von einem Baubeginn im Frühjahr oder Sommer 2020. Aus heutiger Sicht dürfte das nicht mehr zu schaffen sein. "Den Spätsommer haben wir aber noch nicht ausgeschlossen. Auf jeden Fall wird sich in diesem Jahr noch etwas auf der Baustelle bewegen", sagt der Investor von der Leipziger Denkmalgut Projektentwicklungsgesellschaft auf Nachfrage.

Noch im Januar soll das Vergabeverfahren für einen Betreiber der Herberge abgeschlossen werden. Die Unterlagen seien jetzt fertig. Um vier Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm zu erhalten, musste sich der Investor verpflichten, eine öffentliche Ausschreibung vorzunehmen. Zinner will sich mit dem eigenen Träger daran beteiligen: "Wir sind in der Lage, die Herberge selbst zu betreiben, wären aber auch froh, wenn jemand anderes diese Arbeit übernimmt." Erst wenn der Betreiber und damit die Konditionen feststehen, könne er mit seiner Bank abschließend die Finanzierung des Bauvorhabens klären, sagt Toralf Zinner. Die Verhandlungen mit der Bank seien indes weit vorangeschritten.

Danach soll mit Zschopau die Sanierungsvereinbarung für das Stadtcafé geschlossen werden. Bislang gab es lediglich eine Vorvereinbarung, weil eine Prüfung des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (Sib) noch ausstand. Die Sib-Zustimmung ist inzwischen nicht mehr nötig, weil sich eine Richtlinie geändert hat, bestätigt die für Zschopau tätige Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung (GSL).

Nachdem das Jugendherbergswerk aus dem Projekt ausgestiegen ist, bekannte sich Toralf Zinner dazu, den Herbergsbetrieb mit einer gemeinnützigen Gesellschaft selbst zu übernehmen. Die Planung wurde überarbeitet, im Stadtcafé die Bettenzahl von 80 auf 70 reduziert, um die Zimmer geräumiger zu gestalten. Im Nebengebäude in der Lange Straße sollen mit einer Bettenkapazität von 59 vor allem Schulklassen beherbergt werden. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf annähernd 4,8 Millionen Euro.

Etwas hat sich im zurückliegenden Jahr dennoch am Gebäude getan. Zinner: "Im Zuge des Kanalbaues auf der Gartenstraße haben wir im Vorgriff auf das Bauprojekt Hausanschlüsse für Abwasser, Trinkwasser und Gas verlegen lassen."

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