Böhmischer Nebel spielt in Tschechien geringere Rolle

Wahrnehmung in der hiesigen Region und im Nachbarland ist ganz unterschiedlich

Olbernhau.

Bis Juni läuft die von der Europäischen Union geförderte Odcom-Studie, mit der unter anderem mögliche gesundheitliche Folgen des Böhmischen Nebels erforscht werden. Erste Erkenntnisse wurden im Olbernhauer Rathaus diskutiert.

Die Teilnahme der Bürger an den Umfragen sei gut gewesen, so Dr. Anja Zscheppang von der Technischen Universität Dresden. Sie ist für die Studie mitverantwortlich. 500 Telefoninterviews seien geführt worden. Es zeigte sich: Im Kerngebiet Spielzeugwinkel, Olbernhau, Neuhausen, Sayda und Marienberg wird die Luftbelastung als sehr hoch empfunden. 88 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich um ihre Kinder sorgen. In Tschechien äußerten nur 41 Prozent solche Bedenken. Wie sich das erklären lasse, wollte die Forscherin nun wissen.

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Der Olbernhauer Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) erklärte, dass die Tschechen von den Chemieunternehmen - sie stoßen Substanzen aus, die sich offenbar in der Atmosphäre zu neuen verbinden - leben. "Sie werden sich nicht gegen ihre Arbeitgeber wenden." Er ergänzte, dass die Firmen viel investieren. Als Beispiel nannte er das Skigebiet Klíny, von dem die Bevölkerung profitiere. Hartmut Tanneberger, Sprecher der Bürgerinitiative "Für saubere Luft in unserem Erzgebirge", sagte, dass sich der Böhmische Nebel bei Südostluft am Erzgebirgskamm verdichte und geballt in die hiesige Region schwappe. Dies trage zur unterschiedlichen Wahrnehmung bei. Anja Zscheppang wollte wissen, was getan werden könne. "Die technischen Möglichkeiten müssen ausgeschöpft werden", sagte Tanneberger. Etwa durch Filter. (geom)

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