Borstendorf verkauft nicht nur das Rathaus

Ein Investor hat mehrere kommunale Gebäude erworben, um Wohnraum zu schaffen. Mit dem ehemaligen Verwaltungssitz hat er Besonderes vor.

Borstendorf.

Nun ist es amtlich. Das Rathaus in Borstendorf wird verkauft. Das danebenstehende alte Mehrfamilienhaus gleich mit. Und das gegenüberliegende ehemalige Ärztehaus an der August-Bebel-Straße ebenfalls. Droht dem Grünhainichener Ortsteil der Ausverkauf?

Wie Kathrin Ardelt, die Vorsitzende des Verwaltungsverbandes Wildenstein, auf Anfrage mitteilt, werden die zum Teil stark sanierungsbedürftigen Gebäude an eine Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft aus Berlin verkauft, die die Immobilien wieder auf Vordermann bringen und darin Wohnungen bauen will.

"Aus den Gebäuden sollen Mehrfamilienhäuser werden mit Wohnungen mit zum Teil zwei Kinderzimmern. Danach sucht man in Borstendorf bisher vergebens. Die Nachfrage ist da, denn nicht alle jungen Familien wollen ein eigenes Haus bauen", so Kathrin Ardelt zu den Plänen des Investors.

Nach Angaben der Verwaltung beträgt der Kaufpreis für das Rathaus und das Mehrfamilienhaus plus die dazugehörigen Grundstücke mit insgesamt 5360 Quadratmetern 57.300 Euro. Das ehemalige Ärztehaus (Grundstück: 1840 Quadratmeter) an der August-Bebel-Straße wird für 164.000 Euro verkauft. Die Unterzeichnung der Kaufverträge soll im März erfolgen.

Wie die Vorsitzende des Verwaltungsverbandes weiter mitteilte, habe der Investor für das ehemalige Rathaus einen besonderen Plan. "Es steht der Ausbau von altersgerechten Wohnungen zur Debatte. Senioren und junge Leute unter einem Dach, das würde doch gut passen", kann sich Kathrin Ardelt ein Mehrgenerationenhaus in der Ortsmitte des Schachdorfes gut vorstellen.

Die Räume im Erdgeschoss des Rathauses dürfen übrigens weiter von der Gemeinde genutzt werden. Ardelt: "Der Vertrag beinhaltet eine unentgeltliche Nutzung für vier Jahre." Wann die ersten neuen Mieter in das ehemalige Ärztehaus sowie in die oberen Etagen des einstigen Verwaltungssitzes einziehen können, sei noch unklar. Fix sei dagegen, dass für den Komplex an der Leubsdorfer Straße eine neue Klärgrube gebaut und das Mehrfamilienhaus umfassend saniert werden muss.

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