Bündnis Demokratische Mitte im Ruhemodus

Die Seite der Initiative konnte im Internet wieder aufgerufen werden - aber nur kurzzeitig. Die Mitstreiter sehen ihr Primärziel als erreicht an.

Zschopau.

Um das Bündnis Demokratische Mitte ist es ruhig geworden. Seit Monaten war die Homepage der Zschopauer Gruppierung nicht mehr erreichbar. Erst vor wenigen Tagen ist die Seite wieder im Netz zu finden - allerdings in einer alten Fassung. Es handle sich um ein Versehen, erklärte gestern der für den Online-Auftritt zuständige Piere Marschner. Die Seite wollte er noch gestern aus dem Datennetz nehmen.

Denn das Bündnis lässt seine Aktivitäten zurzeit ruhen. Mario Gerlach, der bislang als Sprecher agierte und mit seiner kritischen Kommentierung zum System der Vorbereitungsklassen für Migrantenkinder schon bei der Bildungsagentur aneckte, sieht das "Primärziel erreicht".


Am Anfang stand eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Kreismusik- und Volkshochschule in der Zschopauer Johannisstraße. Die ausbleibende Reaktion des Landrates, der in dem Gebäude die Unterbringung weiterer Flüchtlinge prüfen ließ, war der Auslöser für die Gründung des Bündnisses vor einem Jahr. Die Umnutzung zu einem Flüchtlingsheim würde nicht nur den Musikschülern, sondern auch der Willkommenskultur in Zschopau schaden, machten die Initiatoren der Unterschriftenaktion deutlich. In mehreren Schreiben an Landrat Frank Vogel hatte das Bündnis diese Forderungen untermauert.

Zur Schließung von Musik- und Volkshochschule am angestammten Ort ist es nicht gekommen. Den nun erfolgten Rückzug aus der Öffentlichkeit begründet Gerlach damit, dass man sich nicht in die große Politik reinhängen wolle. Ohnehin zählte das Bündnis, das sich eigenem Bekunden zufolge den Werten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet fühlt und politischen Extremismus jeglicher Art ablehnt, nur eine kleine Zahl an Mitstreitern - zuletzt noch sieben bis acht, sagt Gerlach. "Wir treffen uns aber auch weiterhin und verfolgen interessiert, was in Zschopau passiert. Sobald wir ein Projekt für erachtenswert halten, in das wir uns einbringen können, werden wir das auch tun", fügt er hinzu.

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