Bürgersaal-Entwurf überzeugt Stadtrat

Ob Zschopau die Kraft hat, das Projekt in nächster Zeit umzusetzen, steht auf einem anderen Blatt.

Zschopau.

Der Bau eines Bürgersaals auf dem Gelände des früheren Filmecks in Zschopau wird teurer als bislang veranschlagt. "Wir liegen um zwei Millionen brutto drüber", sagte Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos) zur jüngsten Stadtratssitzung. Architekt Carsten Weiße hatte zuvor den überarbeiteten Entwurf für den Saal mit 400 Sitzplätzen und Nebenanlagen vorgestellt. Eingeflossen in die Planung sind Baugrundgutachten und Vermesserleistungen. Neben zusätzlichen Anforderungen an den Funktionsbau führt auch der schlechte Baugrund zu den höheren Kosten. Allein für die Gründung rechnet Architekt Weiße mit 800.000 Euro. Eingepreist in die auf 5,9 Millionen Euro veranschlagte Gesamtsumme sind neben der kompletten Innenausstattung auch Außenanlagen samt Stellflächen.

Wobei die der Stadt tatsächlich entstehenden Kosten darunter bleiben. Kämmerin Nicole Blank sprach von einem Nettobetrag, der bei etwa 5,08 Millionen Euro liegt. Davon gehen 4,06 Millionen ab, die Zschopau als Fördermittel vom Freistaat erwartet. Eine Zusage liegt OB Sigmund zufolge vor: "Der Fördermittelrahmen ist im Rahmen unseres Fördergebietskonzeptes bestätigt."

Im Stadtrat trifft die Planung fraktionsübergreifend auf Zustimmung. "Wir halten den Entwurf für sehr gelungen. Der Bau ist modern, funktionell, zukunftsfähig und wäre eine riesengroße Bereicherung für die Stadt", sagte Klaus Baumann, Fraktionschef von Wir - die Vereine. Auch die Linke-Fraktion signalisierte Zustimmung. Die Planung ordne sich gut in die Gesamtkonzeption ein, begründete Jürgen Hetzner. Dieser Entwurf passe viel besser in die Umgebung als der bisher bekannte, meinte Frieder Meyer. Jens Wagner (beide BFW) gab zu bedenken, dass die in einem Ratsbeschluss verankerte Bausumme um knapp zwei Millionen Euro überschritten werde. Das habe sich aus den zusätzlichen Wünschen der Stadträte ergeben, entgegnete Arne Sigmund. Niels Sigmund (B 90/Grüne) warnte davor, wieder Teile aus der Planung herauszunehmen, damit der Bau billiger wird. Architekt Weiße pflichtete ihm bei: "Wenn wir nur einen Saal weglassen, dann müssen wir ein neues Konzept machen."

Ob die Stadt das Projekt umsetzen kann, wird davon abhängen, inwiefern sich die Kosten in den Doppelhaushalt 2021/22 einordnen lassen, machte OB Sigmund deutlich. Dabei gilt es auch, die späteren Unterhaltungskosten zu beachten. OB Sigmund geht aktuell von jährlich rund 224.700 Euro aus - Personalkosten, Schuldendienst und Abschreibungen inbegriffen.

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