CDU stellt die meisten Kandidaten

Bei der Bewerberanzahl in Gornau haben die Christdemokraten im Vergleich zu den Wahlen von fünf Jahren zugelegt. Die Linke tritt nicht mehr an. Keine Bewerber gibt es für den Ortschaftsrat Dittmannsdorf.

Gornau.

Die Parteien und freien Wähler in Gornau werden am 26. Mai 22 Einwohner ins Rennen um einen Platz im neuen Gemeinderat schicken - drei weniger als zur Kommunalwahl 2014. Zumindest von der Anzahl ihrer Bewerber bleibt die CDU stärkste Kraft. Erneut mit Hans-Siegfried Keil an der Spitze ist die Kandidatenliste sogar um drei auf 15 Einwohner gewachsen. Einige von ihnen haben schon im bisherigen Gemeinderat mitgewirkt. Mit dem früheren Zschopauer Kämmerer Klaus Schroth kommt ein weiteres bekanntes Gesicht hinzu.

Die komplette bisherige Gemeinderatsriege ist auf der Liste der freien Wähler vertreten. Mit Philipp Wenzel aus Dittmannsdorf gesellt sich ein neuer Mitstreiter hinzu. Im Vergleich zu 2014 ist die Bewerberzahl des Bundes Freier Wähler aber von acht auf fünf Bewerber geschrumpft.

Torsten Kleditzsch

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Mit Hans-Jörg Bartholomäus tritt in Gornau erstmals ein Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen bei der Gemeinderatswahl an. Nicht mehr dabei ist dagegen Die Linke. Für die Partei saß zuletzt der im vergangenen Jahr verstorbene Stephan Ihle in dem Gremium. Weil er als einziger Linke-Kandidat angetreten war, blieb sein Platz bis zum Ende dieser Wahlperiode unbesetzt.

Neu bei dieser Kommunalwahl: Erstmals gibt es für den Ortschaftsrat Dittmannsdorf keine Bewerber. CDU und Bund Freier Wähler haben sich entschlossen, keine Kandidaten aufzustellen, sagt Bürgermeister Nico Wollnitzke (CDU). In diesem Fall findet laut Sächsischer Gemeindeordnung eine Mehrheitswahl statt. Wahlberechtigte erhalten damit die Möglichkeit, bis zu drei Personen auf dem Stimmzettel namentlich zu benennen.

Nico Wollnitzke möchte das Gremium dagegen gern abschaffen. "Der Ortschaftsrat kostet die Kommune etwa 7000 Euro im Jahr. Das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen", begründet er. Das Geld möchte er lieber in den Ortsteil investieren. Den Ortschaftsrat will Wollnitzke durch einen Kulturstammtisch ersetzen. In Witzschdorf gibt es das Gremium schon. Sechs bis acht Mal kommt der Kulturstammtisch im Jahr zusammen, um etwa über die Vorbereitung von Dorffesten oder über Straßenbauvorhaben zu beraten.

Marcus Rümmler, der seit wenigen Monaten an der Spitze des alten Dittmannsdorfer Ortschaftsrates steht, hält die Abschaffung für einen Fehler. Deshalb habe das Gremium im Vorfeld der Wahl auch nicht beschlossen, sich selbst aufzulösen. Andererseits möchten Marcus Rümmler und seine Mitstreiter sich nicht aufdrängen: "Wenn wir keine Unterstützung erhalten, dann treten wir auch nicht wieder an."

Schon vor der Kommunalwahl 2014 war die Diskussion über die Notwendigkeit eines Ortschaftsrates hochgeschwappt. Damals hatten die fünf Ortschaftsräte geschlossen gegen die Auflösung zum Ende der Legislaturperiode gestimmt. Auf Drängen der Verwaltung sowie mehrerer Gemeinderäte hatte der damalige Vorsitzende Uwe Wagner (CDU) den Beschlussvorschlag eingebracht. Seit 2009 gibt es in Gornau nur noch einen Ortschaftsrat. Der Witzschdorfer hatte 2008 seine Auflösung beschlossen.

Ob es nach der Wahl in Dittmannsdorf einen Ortschaftsrat geben wird, bleibt offen. Zunächst müssten auf den Wahlzetteln mindestens zwei Namen auftauchen. Falls die Benannten keine triftigen Gründe vorbringen, die gegen die Annahme des Ehrenamtes sprechen, und die Voraussetzung für die Wählbarkeit vorliegen, dann könnte ein neuer Ortschaftsrat gebildet werden.


Die Herausforderungen

Darüber muss der neue Gemeinderat zuerst entscheiden: In der vergangenen Woche ist der Fördermittelbescheid zum Ausbau des nächsten Abschnitts der Chemnitzer Straße in Gornau eingegangen. Eine der ersten Aufgaben des neu zu bildenden Rates wird es laut Bürgermeister Nico Wollnitzke deshalb sein, den Auftrag für die Tiefbauarbeiten zu vergeben. Spätestens im August soll das passieren. Ist die zweite Etappe von der Eisen- bis zur Ringstraße geschafft, fehlen noch etwa 500 Meter bis zum Ausbauende am Abzweig Dittmannsdorf. Eine weitere wichtige Entscheidung dürfte spätestens im Oktober anstehen. Dann ist ein Betreiber für das neue Breitbandnetz zu ermitteln. Baubeginn: eventuell Mitte 2020.

Das wurde unter anderem in der zurückliegenden Wahlperiode erreicht: Grundhafter Ausbau der B 180 in Dittmannsdorf; neues Löschfahrzeug für die Gornauer Feuerwehr; Vorplatz für die Dittmannsdorfer Feuerwehr; Verjüngung der Bauhof-Fahrzeugflotte; neue Kita-Spielgeräte; Fenster-Erneuerung in Grundschule; Schallschutz in zwei Kitas und Schule.


Die Kandidaten

Vier Parteien/Bündnisse am Start:

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU):

Hans-Siegfried Keil, Wolfgang Bauer, Robin Winkler, Norbert Schiebold, Fritz Bauer, Klaus Schroth, Sebastian Fritzsch, Thomas Böttger, Reina Hengst, Andreas Büttner, Moritz Dudeck, Robin Richter, Jens Tröger, Andreas Wächtler, Marcus Wendler.

Bund Freier Wähler Gornau (BFWG): Gerald Unverdorben, Uwe Musch, Philipp Wenzel, Thomas Winkler, Dirk Stromeier.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): Harald Oehme.

Bündnis 90/Die Grünen (Grüne): Hans-Jörg Bartholomäus.


Was Bürger vom neuen Gemeinderat erwarten

"Freie Presse" hat Bürger gefragt, was sie vom neuen Gemeinderat erwarten.

Evelyn Müller (43 Jahre): Wir leben in einem jungen und attraktiven Dorf, das immer noch wächst. Da muss vorausschauender geplant werden. Die Gemeinde Gornau will ein neues Wohngebiet erschließen. Das zieht junge Leute an, die Kinder haben oder planen. Da sollten auch die Kapazitäten der Kindertagesstätte und der Grundschule mitwachsen. Und das darf nicht erst dann geschehen, wenn es schon zu spät ist. Das muss schon vorher gut durchdacht sein.

Torsten Wohmann (46 Jahre): Dass es in Dittmannsdorf vielleicht bald keinen Ortschaftsrat mehr gibt, finde ich nicht gut. Denn in diesem Gremium konnten manche Dinge schnell geregelt werden. Künftig müssen deshalb die einzelnen Ortsteile bei den Gemeinderäten im Fokus stehen. Das Vereinsleben ist bisher super. Aber auch die Vereine, die nicht im Mittelpunkt stehen, sollten mehr gefördert werden.

Kerstin Pilz (40 Jahre): Wir leben gut in Dittmannsdorf. Der Ortsteil liegt ruhig und zentral, bis Chemnitz ist es mit dem Auto nur ein Katzensprung. Vom neuen Gemeinderat erwarte ich, dass er ein offenes Ort für die Bürger und ihre Bedürfnisse hat, dass er sich für die Ortschaften stark macht. Die Vereine müssen unterstützt werden, denn sie tragen die Kultur im Dorf. Ich erwarte auch, dass Wahlversprechen umgesetzt werden. (dit)

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