Chemnitzer stellt sein süßes Hobby in Gelenau vor

Mathias Rückert sammelt Schokoladenformen. Und weiß eine ganze Menge über deren Geschichte. Die Preise für die Exponate können schon mal vierstellig sein. Dann muss sich der Sammler beherrschen.

Gelenau.

Wenn er einmal nicht mehr arbeitet, dann legt er sich ein Hobby zu - dieses Vorhaben von Mathias Rückert ist schneller Wirklichkeit geworden, als er es sich eigentlich gedacht hatte. Der 58-Jährige ist vom Renteneintritt noch ein paar Jahre entfernt, sein Hobby entdeckte er aber schon vor fünf Jahren für sich. Erst war es nur eine Schokoladenform, die ihn interessiert und fasziniert hatte, und dann sei es eben über ihn gekommen, erzählt der Sammler.

Mathias Rückert präsentiert während der Weihnachtsschau des Depots Pohl-Ströher in Gelenau zum ersten Mal das Resultat seiner Leidenschaft. Es sind Schokoladenformen, kleine und große, ein Radfahrer ist darunter, ein Motorradfahrer, dazu kommen kleine Musikinstrumente, Weihnachtsmänner und ein paar Osterhasen. "Es gibt nichts, was es nicht auch als Schokoladenformen gibt", hat der Chemnitzer in den vergangenen Jahren erfahren. Natürlich ist der Sarotti-Mohr in einer Vitrine zu sehen, das 1918 erstmals präsentierte Markenlogo der damals in Berlin ansässigen Schokoladenfabrik.

Die ersten deutschen Schokoladenformenfabriken wurde in Berlin gegründet, aber die Sachsen standen den Preußen in nichts nach. "In Dresden gab es mehrere Hersteller, beispielsweise die Firma Anton Reiche. In diesem Unternehmen entstanden mehr als 40.000 Muster", erzählt der Fachmann in Sachen Schokoladenformen. Es waren Metallwarenfabriken und Gießereien, die sich auf die Herstellung von Schokoladenformen spezialisiert hatten.

Seine Formen findet der 58-Jährige im Internet und per Zufall. Die Preise für eine Form beginnen im niedrigen zweistelligen Bereich, für ausgefallene und seltene Formen können auch vierstellige Summen aufgerufen werden. "Dann muss ich mich beherrschen, um nicht über mein Limit zu gehen", sagt Mathias Rückert.

Privatleute hätten eher kleinere Formen gekauft, die größeren seien von Bäckereien oder Konditoreien erworben worden, um der Kundschaft etwas Ausgefallenes präsentieren zu können. "Die Zeit zwischen 1900 und etwa 1930 war die Hochzeit für die Schokoladenformen, die aus Zinn oder verzinntem Metall hergestellt wurden", sagt Mathias Rückert.

"Ich habe eine Schokoladenmaschine, gerade für Kinder wäre es bestimmt interessant, selbst Schokolade in Formen zu gießen", glaubt der Chemnitzer. Der Sammler von Schokoladenformen und seine Ehefrau Gabriela sind übrigens selbst keine großen Schokoladenliebhaber. "Wenn wir Schokolade genießen, muss es eine bittere Sorte sein, mit einem Schokoladenanteil um die 70 Prozent", erzählt Mathias Rückert.

Im Depot Pohl-Ströher können Neugierige am 12. Januar selbst mit den Schokoladenformen experimentieren. Geöffnet ist 10 bis 18 Uhr.

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