Das Wetter im letzten Monat des Jahres: Zu mild und trocken

Wie sah der Monat Dezember in Dittersdorf und Olbernhau aus? Die beiden Hobbymeteorologen Jens Weißbach und Dirk Christoph haben ihre Beobachtungen dokumentiert.

Olbernhau/Dittersdorf.

Obwohl in Olbernhau erst am 5. Dezember die letzten Reste des am 29. November gefallenen Schneehauches verschwanden, konnte man bei weitem nicht von Winter sprechen. Die Temperaturen stiegen zwar etwas, bewegten sich aber vom 5. bis 21. Dezember nahezu ausnahmslos im Bereich zwischen 0 und 5 Grad Celsius. Verursacht hat dieses Temperatur-Einerlei hauptsächlich wieder einmal der Böhmische Wind. Während andere Regionen Sachsens vereinzelt mit Sonnenschein zweistellige Höchsttemperaturen ansteuerten, verharrte die Grenzregion im kühlen Dauergrau.

Wie schnell sich eine kleine Windrichtungsänderung von Südost auf Südwest auf die Temperatur auswirkt, konnte man in Olbernhau am 22. Dezember mit verfolgen. Beginnend in der Nacht, schoss die Temperatur in wenigen Stunden von knapp 2 auf über 12 Grad nach oben. Dafür verantwortlich zeichnete Tief Greta, das auch den einzigen richtig nennenswerten Regen des Monats mitbrachte. Doch nur ganze zweieinhalb Tage dauerte diese Wärmeperiode. Sturmtief Hermine griff in das Wettergeschehen ein. Dies führte am ersten Weihnachtsfeiertag sogar zu einer einen Zentimeter dünnen Schneedecke bis in mittlere Lagen. Durch generell frostige Nächte blieben zumindest weiße Reste noch recht lange liegen. Trotz aller Eintönigkeit war in Olbernhau erneut ein deutlich zu milder, viel zu trockener und etwas zu sonnenscheinreicher Monat zu verzeichnen.

Und in Dittersdorf? Der erste Wintermonat war ein voller Reinfall, denn wie schon in den zurückliegenden Jahren verlief er viel zu mild. Dazu gesellte sich auch noch Trockenheit. Zwar begann der Monat mit leicht winterlichen Temperaturen, doch schon kurze Zeit später wurde es milder, und diese milde Phase hielt bis kurz vor Weihnachten an. Am 22. wurde die Monatshöchsttemperatur mit 13,6 Grad registriert - alles andere als winterlich am Tag nach dem Winteranfang. Doch pünktlich am Heiligabend überquerte eine Kaltfront die Region, und bei zurückgehenden Temperaturen ging der Niederschlag am Abend des 24. zunehmend in Schnee über.

An den Weihnachtsfeiertagen lag verbreitet eine dünne Schneedecke, was einen kleinen winterlichen Hauch entsprach. Zum Jahresende hin wurde es in Dittersdorf wieder etwas milder. Hauptproblem war wieder die Trockenheit, denn wie auch im November war es viel zu trocken. 30 Liter pro Quadratmeter fielen, dabei am 23. Dezember allein fast die Hälfte. Der Reste verteilte sich eher tröpfelnd an den 13 Tagen mit messbarem Niederschlag. Der letzte richtig schneereiche Dezember liegt schon zehn Jahre zurück. Damals schneite es fast den gesamten Dezember, und zu Weihnachten lag selbst in den unteren Lagen eine Schneedecke von weit über 50 Zentimetern. Das Jahr endete wettertechnisch ruhig.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.