Die Gesichter der verschiedenen Religionen

Eine Sonderausstellung auf Schloss Wolkenstein beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Traditionen. Sie erzählt aber auch vom Leben der Menschen.

Wolkenstein.

Eine Wanderausstellung, die bislang nur in Norddeutschland zu sehen war, macht derzeit Station auf Schloss Wolkenstein. Unter dem Titel "Religramme - Gesichter der Religion" geben Frauen und Männer aus unterschiedlichen Gemeinschaften und Kulturen ihrer jeweiligen Religion ein Gesicht. Sie erzählen von ihrem Glauben und nehmen den Besucher mit an die Orte ihrer Religion. Sie lassen sozusagen in ihr Leben hineinschnuppern.

Auf die seit 2014 geplante und im Jahr 2016 gestartete Wanderausstellung von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover wurde Jens Siegel aus Hilmersdorf im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit in Niedersachsen im Herbst 2018 aufmerksam. Er war begeistert von diesem so einfachen und persönlichen Einstieg in die Welt der Religionen und verfolgte fortan konsequent Gedanken, die Ausstellung auch ins Erzgebirge zu holen. "Als ambitionierter Hobbyfotograf fand ich mit dieser Idee im Fotoforum Erzgebirge, in dem ich Mitglied bin, drei Mitstreiter", sagt Jens Siegel. Ausstellungsort und -zeitraum waren schnell gefunden, da das Fotoforum schon des Öfteren im Museum Wolkenstein ausgestellt hatte. "Wir hatten dann die Idee und den Anspruch, die Wanderausstellung regional, also mit Menschen aus dem Erzgebirge, zu ergänzen", ergänzt Jens Siegel.

Im Frühjahr dieses Jahres begannen er, Mario Reichel aus Drebach, Robert Werner aus Hallbach und Frank Klemm aus Marienberg zunächst mit dem schwersten Teil des Projektes: Menschen finden, die sich zur Verfügung stellen und sich Zeit nehmen für ein Gespräch - oftmals nicht nur einen Fototermin. Zu Beginn der Suche standen unter anderem die Fragen, welche Religionen es nicht nur in Niedersachsen, sondern auch im Erzgebirge gibt und welche Traditionen in Betracht kommen, wenn die Religionen evangelisch, katholisch und methodistisch außen vor gelassen werden. "Die Suche war nicht ganz einfach und zu mancher für unsere Region typischen Tradition fanden wir keine Interviewpartner. Letztlich durften wir fünf mutige Frauen porträtieren, die in Marienberg, Kühnhaide, Chemnitz, Wolkenstein und Ehrenfriedersdorf leben. Jeweils eine von ihnen ist Jüdin, Muslimin, russisch-orthodox, eine andere gehört den Siebenten-Tags-Adventisten an. Eine ist Atheistin", sagt Jens Siegel.

Inhaltlich und optisch haben sich die vier Initiatoren bei der Ergänzung an der bestehenden Ausstellung orientiert. Frank Klemm führte die Interviews und fragte die Frauen beispielsweise, wie ihre Eltern ihren jetzigen Glauben beeinflusst haben, wie sie ihre Religion praktisch leben und was sie an ihrer Religion besonders mögen. "Wir haben bemerkenswerte Antworten jenseits wissenschaftlicher Theologie erhalten. Antworten aus lebendigem Glauben, aus lebendigen Traditionen. Wir vier sind dadurch bereichert worden und angeregt, ganz neu über Religionen und Traditionen sowie deren Schönheit nachzudenken", betont Jens Siegel.

Die Ausstellung "Religramme - Gesichter der Religionen" ist im Museum Schloss Wolkenstein, Schlossplatz 1 in 09429 Wolkenstein, bis zum 2. Februar 2020 zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen jeweils von 10 bis 17 Uhr.

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