Dorf erhält Christine-Wünschmann-Platz

Nach der 2018 verstorbenen Dittmannsdorferin wird der neue Pyramidenplatz benannt. Die frühere Lehrerin forschte nicht nur in der Ortsgeschichte.

Dittmannsdorf.

Der neue Pyramidenplatz gegenüber der Kirche in Dittmannsdorf wird nach der langjährigen Ortchronistin und Wanderwegewartin Christine Wünschmann benannt. Das hat der Gornauer Gemeinderat in dieser Woche einstimmig beschlossen. Den Vorschlag hatte zuvor der Ortschaftsrat eingebracht. Die im Oktober 2018 verstorbene Dittmannsdorferin hatte ungezählte Stunden in Archiven verbracht, um die Dorfgeschichte zu erforschen und aufzuschreiben. Aus ihrer Feder stammen zahlreiche Beiträge im Heimatblatt. Für eine Serie über verschiedene Berufe und Gewerke klingelte sie im Dorf bei den Menschen an der Tür, in Gaststätten, bei Tischlern und Stellmachern. "Ich bin nirgends abgewiesen worden, die Leute haben mich immer hereingebeten", sagte sie vor fünf Jahren im Gespräch mit "Freie Presse".

Auch das Volksliedersingen in Dittmannsdorf ist ein "Kind" von Christine Wünschmann. 1990 hatte sie die Veranstaltung ins Leben gerufen. Die Ortsgruppe des Kulturbundes lud damals zu einer Volksmusikstunde ins Niederdorf auf eine Anhöhe, dem Tabbüschel, ein. Sie habe die Leute im Ort zusammenbringen wollen, blickte Christine Wünschmann, die lieber im Hintergrund wirken wollte, später zurück. 50 Gäste folgten damals dem Aufruf. Weil das Wetter nicht mitspielte, wurde die zweite Veranstaltung im folgenden Jahr in die Kultur- und Sporthalle verlegt. Die Dittmannsdorfer kannten Christine Wünschmann aber schon vorher. 1947 begann sie als Neulehrerin in der örtlichen Schule und unterrichtete seitdem viele Generationen.


Federführend war sie auch am Ortspyramiden-Projekt beteiligt. Nachdem die Idee 1988 im Kulturbund geboren war, folgte im Jahr darauf am 3. Dezember die Einweihung zum ersten Pyramidenfest. Die Dittmannsdorferin führte dabei von Beginn an Regie.

Anfang September soll nun der neue Pyramidenplatz fertiggestellt sein. Zurzeit entsteht der Sockel für das Wahrzeichen, die Bühne bekommt noch ein Dach, sagt Bürgermeister Nico Wollnitzke. Für den 21. September ist die Platzweihe geplant, zusammen mit der Feier zum 20-jährigen Bestehen der örtlichen Kindertagesstätte. Der Name von Christine Wünschmann soll dann auf zwei Tafeln zu lesen sein. (mit dit)

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