Drebach zieht Lehren aus Nachzahlung

Die Kommune will sich ein Kontrollsystem auferlegen, um stets auf der Höhe zu sein. Der Bürgermeister fand in dem Zusammenhang mahnende Worte.

Drebach.

Inzwischen macht die Kita "Sonnenschein" ihrem Namen wieder alle Ehre. Drinnen ist zwar aufgrund der aktuellen Corona-Krise wenig los, doch von außen erstrahlt das Gebäude im Drebacher Ortsteil Scharfenstein in neuem Glanz. Obwohl die Sanierung längst abgeschlossen ist, wurde sie im Nachhinein noch einmal zum Thema. Es handelte sich um eine von drei Baumaßnahmen aus dem Haushaltsjahr 2019, für die der Gemeinderat Mittel für überplanmäßige Auszahlungen beschließen musste. Bürgermeister Jens Haustein nimmt diese Problematik zum Anlass, mahnende Worte für die Zukunft zu finden.

"Wir müssen uns in der Verwaltung bei der Vorbereitung befleißigen und die Arbeit akribischer angehen", betont das Gemeindeoberhaupt. Ganz bewusst legt er "den Finger in die Wunde". Schließlich "kommen jetzt geballt Großinvestitionen auf die Kommune zu". Unter anderem meint Haustein damit den vorgesehenen Bau der Sporthalle in Drebach, für den die Kosten bei rund drei Millionen Euro liegen sollen. Selbst wenn die tatsächlichen Ausgaben hier nur um einige Prozent von den Planungen abweichen, könnten sich bei einer solchen Größenordnung die entstehenden Geldbeträge als erhebliche Belastung für Drebach erweisen. Die Kommune wolle sich daher ein Kontrollsystem auferlegen, so Haustein, "um stets auf der Höhe zu sein". Außerdem soll dadurch ein ausführlicher Informationsfluss gewährleistet werden, der auch die Gemeinderäte erreicht, wenn beispielsweise Aufträge erweitert werden müssen.

Ein Hauptanlass für die Gemeinde, ihre Lehren zu ziehen, war die bereits angesprochene Gebäudesanierung der Kita "Sonnenschein". Aufgrund von unvorhergesehenen Mehraufwendungen war es dort zu überplanmäßigen Auszahlungen in Höhe von 46.257 Euro gekommen. "Wie das so ist bei alten Gemäuern, kam einiges zu den ursprünglichen Planungen dazu", erklärt Volker Helbig. Der Sachgebietsleiter Bau verweist bei seinen Ausführungen unter anderem auf defekte Schleusen und Grundleitungen in drei Metern Tiefe. Auch die Erneuerung der Elektrik fiel etwas teurer aus als erwartet. Außerdem mussten im Küchenbereich zusätzliche Fenster installiert werden, um die Fassade zu schließen. "Solche Sachen müssten im Vorfeld ins Kalkül gezogen werden", mahnt Haustein selbstkritisch.

Nicht ganz so hoch waren die nachträglichen Auszahlungen im Fall des Ausbaus des Parkplatzes am Scharfensteiner Bahnhof. In diesem Fall stiegen die Kosten um reichlich 9200 Euro. Die Gebäude- und Heizungssanierung der Grundschule Venusberg kostete am Ende insgesamt 250.000 Euro - und damit 5000 Euro mehr als erhofft. Erbracht werden alle überplanmäßigen Auszahlungen aus liquiden Mitteln der Gemeinde. Zusätzliche Fördermittel stehen nicht zur Verfügung.

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