Durch Steilkurven ins Tal

Neben Eisdielen, Freibad und Minigolf gehören Sommerrodelbahnen zu den beliebten Orten dieses Sommers. Für die Anlagen in der Region läuft es bei freundlichem Wetter derzeit sehr gut.

Augustusburg.

Steilkurven, Längenmeter und - abhängig von Länge und Gefälle, Fahrverhalten und eigenem Gewicht - die möglichen Stundenkilometer (km/h): Das ist die harte Währung für Vergnügen auf der Sommerrodelbahn. Neben Nähe und Erreichbarkeit spielen Preis, Parkplätze, Imbiss und Lage eine Rolle. Die "Freie Presse" hat eine Auswahl von Bahnen in der Region zusammengestellt.

Augustusburg - nach der Tour zum Minigolf: "Trockenes schönes Wetter, aber nicht zu heiß, so wie wir es dieses Jahr oft haben, ist für die Sommerrodelbahn ideal", sagt Elektrikermeister Eckard Müller, der die Anlage auf Rosts Wiesen seit 18Jahren technisch mit betreut. Er schätzt: "Wenn der Parkplatz an den Wochenenden voll ist, kann man von 500 Besuchern ausgehen."

577Meter geht es hinab ins Tal. Dabei sind sieben Steilkurven zu durchfahren. Als Spitzengeschwindigkeit seien die erlaubten 40 km/h erreichbar. Mehr allerdings nicht - dafür sorgen Fliehkraftbremsen. Mit einer Aufzugsanlage können sich Rodler samt Schlitten nach der Talfahrt wieder zur Bergstation befördern lassen. Auch Minigolf wird angeboten. Der obere Teil des Spielplatzes wurde gerade saniert, der Umbau des unteren soll folgen.

Geöffnet ist bis Mitte/Ende November, derzeit täglich, jeweils 10 bis 18, bei schönem Wetter manchmal auch bis 20 Uhr. Die Einzelabfahrt kostet für Erwachsene 3, für Kinder zwischen 8 und 16Jahren 2,50 Euro. Für fünf Abfahrten sind 10 beziehungsweise 12Euro zu bezahlen. Kleinstkinder dürfen nicht, andere Kinder unter acht Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen mitfahren - dann aber kostenlos.

Der Imbissbereich öffnet zu denselben Zeiten wie die Bahn. Zusätzlich gibt es ein Restaurant und einen Biergarten, die länger geöffnet haben. Parkplätze befinden sich direkt an der Bergstation, An der Rodelbahn 3 (2,50 Euro am Tag).

Seiffen - abheben dank Riesenjump: Mit 733 Meter Länge noch einmal ein ganzes Stück länger ist die Seiffener Sommerrodelbahn, wo derzeit 200 bis 400 Besucher am Tag begrüßt werden, wie der leitende Angestellte Sebastian Hofmann berichtet. "Es ist ein Kommen und Gehen, aber trotzdem entspannt", sagt er. Die Anlage sei groß genug, sodass es kein Gedränge gebe. Die Sommerrodelbahn wartet mit neun Steilkurven und einem 1,50-Meter-Riesenjump auf. "Mit entsprechender Geschwindigkeit hebt man dort ein bisschen ab." In der Spitze können die maximal erlaubten 40 km/h erreicht werden. Hinauf geht es mit einer 175 Meter langen Bergaufbahn. Von dort haben Besucher einen Ausblick über Sayda, Heidersdorf und Neuhausen. Als Besonderheit nennt Hofmann die nach seinen Angaben größte digitale TT-Modellbahnanlage Sachsens und den erst im Juni erweiterten Erlebnisspielplatz.

Geöffnet ist ganzjährig nach Wetterlage - bis zum 30. Oktober täglich, 10 bis 18 Uhr, ebenso wie die "Ess-Bahn" genannte Gastronomie. Für Kinder von fünf bis sieben Jahren kostet die einzelne Abfahrt 1, von acht bis 14 Jahren 2, für alle Rodler von 15 Jahren an 3Euro, sechs Fahrten 4,50, 9 bzw. 13,50Euro. Kinder dürfen die Bahn ab zwei Jahren, bis sieben Jahre nur in Begleitung benutzen. Parkplätze gibt es am Gelände, Bahnhofstraße 18b. Nachtrodeln zum Erzgebirgs-Bikemarathon am 4.August (bis 22Uhr).

Altenberg - 70 Meter Höhenunterschied: Die Sommerrodelbahn in Altenberg - im Winter ein Mekka der Bobfahrer und Rennrodler - misst sogar 1000Meter Länge und wird von der Herstellerfirma Wiegand aus dem hessischen Rasdorf selbst betrieben. Dabei geht es laut Betriebsleiter Manuel Püschel rund 70Meter Höhenunterschied hinab. Das dauert je nach Tempo zwei bis fünf Minuten. Wenn man nachrechnet, kommt man auf eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 12 bis 30km/h. Auch die nach Vorschrift zulässigen 40km/h Spitzengeschwindigkeit können auf der Bahn erreicht werden, sagt Püschel.

Die Bergaufbahn hat eine Länge von 400Metern. Zur örtlichen Ski- und Rodelarena gehören ein Kletterlabyrinth und ein Abenteuerspielplatz. Am Skihang selbst wird im Sommer außerdem Mountain-Card angeboten - dreirädrige Kisten, in denen man den Hang hinabrollen kann. Aufgrund des Wetters läuft es auch in Altenberg sehr gut. Püschel schätzt die Besucherzahl auf mehrere Hundert am Tag. "Ein Mix aus Sonne und Wolken ist für uns ideal. Dann ist es vielen zu kalt fürs Freibad, aber trotzdem schön genug, um etwas zu unternehmen."

Geöffnet ist, bis es Schnee gibt - in den Sommerferien täglich, 10 bis 18Uhr. Eine einzelne Abfahrt kostet 3, für Kinder bis 14Jahre 2,50Euro. Sechs Fahrten kosten 14, für Kinder bis 14 Jahre 11Euro. Kinder dürfen die Bahn erst ab drei Jahren, Kinder unter acht Jahren nur zusammen mit älteren Personen befahren. Bei Anreise mit dem Auto wird der Parkplatz Dresdner Straße 17a empfohlen. An der Talstation befindet sich die "Rodelklause". Nachtrodeln mit Wildschweingrill und Musik gibt es am 4.August (bis 22 Uhr).

Gelenau - beliebt bei Gruppen: "Es läuft gut", sagt auch Kerstin Borkenhagen, Mitarbeiterin der Gelenauer Wohnungsgesellschaft, die die Anlage für die Gemeinde betreibt. "Wir haben auch viele Gruppen - nach Absprache auch vormittags vor Beginn der Öffnungszeiten." In Gelenau steht eine Coaster-Bahn. Anders als bei den Muldenbahnen in Augustusburg, Seiffen und Altenberg fährt der Schlitten nicht frei beweglich in einer Rinne, sondern wie bei einer Achterbahn auf Röhren. Die Bahn ist 580 Meter lang. In der Spitze kann man die zulässigen 40km/h erreichen. Hinauf kommen Fahrer und Schlitten mit dem Schlepplift (im Preis inklusive).

Geöffnet ist bei gutem Wetter - bis 9. September und in den Herbstferien täglich, ab 10. September samstags, sonntags, feiertags, 13 bis 18 Uhr. Eine Abfahrt kostet für Erwachsene 2, für Kinder1, die Sechserkarte für Kinder und die Familienkarte 5 Euro. Parkplätze gibt es am nahen Freibad, genauso einen Imbiss. Benachbart sind eine Minigolfanlage, ein Wildgehege und ein Aussichtsturm.

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