Ehemalige Schule vor Verkauf

Wo viele Scharfensteiner Lesen und Schreiben gelernt haben, sollen bald Wohnungen entstehen. Allerdings hat der Gemeinderat die endgültige Entscheidung vertagt.

Scharfenstein.

Während an der Drebacher Grundschule eine neue Sporthalle entstehen wird, droht einem anderen Lehrgebäude womöglich sogar der Abriss. Der Drebacher Gemeinderat, der während seiner Sitzung am Dienstagabend Planungsleistungen für das millionenschwere Drebacher Großprojekt vergab, sollte ursprünglich auch über den Verkauf der ehemaligen Schule im Ortsteil Scharfenstein entscheiden. Weil aber mehrere Gemeinderäte in diesem Fall "Informationsdefizite" erkannten, nahm Jens Haustein diesen Punkt von der Tagesordnung. Zu den Plänen der beiden Kaufinteressenten gab der Bürgermeister dennoch Auskunft.

Dass diesmal mehr Bürger im Publikum saßen als sonst, bestärkte Haustein darin, im Informationsteil näher auf die ehemalige Scharfensteiner Schule einzugehen. Wortmeldungen während der Einwohnerfragestunde belegten, dass der geplante Verkauf ein Thema ist, das die Bevölkerung bewegt. Viele Bürger hatten dort einst Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt. Dass ein Verkauf die beste Lösung darstellt, ist aus Sicht der Gemeinde klar. Schließlich "steht das Gebäude seit 2001 leer und ist dem Verfall preisgegeben", heißt es in einer Einschätzung der Kommune, die "kein Nutzungskonzept und keine Verwendung für dieses Gebäude" hat. Es kam daher zu einer Ausschreibung, woraufhin zwei Angebote eingingen, über die im Verwaltungsausschuss bereits gesprochen wurde.

Laut Haustein handelt es sich um unterschiedliche Nutzungskonzepte. Während ein Interessent das bestehende Objekt für sich und seine Familie zum Wohngebäude umfunktionieren will, plant der andere den Abriss. "Er will ein Mehrfamilienhaus mit Miet- und Eigentumswohnungen entstehen lassen", so der Bürgermeister, der jedoch noch längst keinen Vollzug vermelden kann. Grund dafür seien "besondere Auflagen" für den Kaufvertrag. In Rückmeldungen hätten die Interessenten mitgeteilt, dass diese "so nicht akzeptabel" seien. "Derzeit wird an den Vertragsdetails gearbeitet", ergänzte Haustein, der Gesprächsbedarf sieht. Aufgrund der von mehreren Räten angesprochenen Informationsdefizite sei zum jetzigen Zeitpunkt kein Beschluss herbeizuführen. Stattdessen soll das Thema bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 25. August erneut auf die Tagesordnung kommen. Die Konzepte sollen dann noch einmal vorgestellt werden, um damit die Grundlage für einen Beschluss zu schaffen. Gut möglich, dass erneut viele Bürger die Diskussion verfolgen. Ein Nachbar fragte schon jetzt nach Einblick in die Pläne, wurde aber von Haustein auf die Beteiligung im Rahmen eines möglichen Bauantrags verwiesen.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.