Ein Hauch von EM-Finale

Im Zschopauer Park ist es am Sonntagnachmittag sportlich zugegangen. Der Grund dafür war jedoch kaum noch jemandem bewusst.

Zschopau.

Nur noch wenige Minuten zu spielen, das Spiel steht auf des Messers Schneide. Was im Londoner Wembley-Stadion und an TV-Bildschirmen vieler Länder wohl für Gänsehaut bei Millionen Zuschauern gesorgt hätte, ließ am Sonntag im Zschopauer Park "An den Anlagen" nur zwei kleine Jungen jubeln, die anderen beiden fluchen. Denn während die Fußball-Europameisterschaft aufs kommende Jahr verschoben wurde, hielt Christian Vogel daran fest, den zweiten Termin der Veranstaltungsreihe "An einem Sonntag im Juli" dem für diesen Tag geplanten EM-Finale zu widmen. "Außer mir ist das keinem mehr bewusst gewesen", sagte der Organisator von der Zschopauer Stadtverwaltung hinterher schmunzelnd.

Weil viele die EM wohl schon längst aus ihren Köpfen gestrichen hatten, verirrten sich nur wenige Gäste in die vom Zschopauer Jugendclub ausgeliehene Soccer-Arena. Nicht einmal Felix, der die meisten Tore erzielte, wusste Bescheid. "Ach so, stimmt ja", besann sich der Zwölfjährige, der zwar mit Deutschland mitgefiebert, Jogi Löws Elf aber maximal das Halbfinale zugetraut hätte. Ob es tatsächlich Frankreich, der Favorit von Felix, auf den Thron geschafft hätte, steht in den Sternen. Das war dem jungen Kicker aber ohnehin egal, denn er wollte im Park einfach nur Spaß haben.

Hielt sich das Interesse am Fußball noch arg in Grenzen, so wurde die Runde im zweiten Teil der Veranstaltung deutlich größer. Wieder ging es sportlich zu, doch nun bat Christian Vogel mit Judith Nebe die Expertin einer ganz anderen Sparte auf die Bühne. Die 27-Jährige vom Zschopauer Tanzwerk sorgte mit ihrer Zumba-Schnupperstunde für südländisches Flair. "Super, dass auch einige Männer dem Rhythmus gefolgt sind. Da gehört schon etwas Mut dazu, aber alle waren super drauf", fand die Tanzlehrerin, die bei ihren Kursen in Zschopau und Hohndorf sonst fast ausschließlich Frauen betreut. Insgesamt machten rund 20 Personen die Bewegungen von Judith Nebe nach - und das mit erstaunlicher Synchronität.

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