Ein Hauch von Neuseeland

Gartenmeisterschaft: Am Anfang war es nur ein Winzling. Doch der Kiwibusch bei Familie Dienst zeigte, was in ihm steckt.

Sonja und Jürgen Dienst haben nicht nachgezählt, der Kiwibusch in ihrem Garten trägt auf jeden Fall zahlreiche Früchte.

Von Dirk Trautmann

Nach der Ernte ist vor der Arbeit: Die beginnt, wenn die Früchte vom Kiwibusch der Zschopauer Familie Dienst geholt worden sind. Schließlich will Sonja Dienst so viele Früchte wie möglich verwerten. "Saft, Gelee und Marmelade", zählt die Zschopauerin auf, "und zur Garnierung verwende ich sie auch gern, das sieht einfach schön aus". Mit ihrem Busch bewirbt sich die Familie jetzt bei der Gartenmeisterschaft der "Freien Presse" und der Raiffeisen Handelsgenossenschaft Erzgebirge (RHG).

Schön voll ist jedenfalls der Kiwibusch, der im Garten von Sonja Dienst und ihrem Ehemann Jürgen wächst. Voll mit den bräunlich erscheinenden Früchten, die in ihrem Inneren grün sind. "Aber sie sind noch nicht reif zum Ernten", zeigt Sonja Dienst das Innere einer Kiwi. Tatsächlich, sie sind noch hart, und das Fruchtfleisch zeigt sich erst hellgrün. Es fehlen tatsächlich nach diesem Supersommer noch einige Sonnenstunden. "Dafür sind so viele Kiwis an unserem Busch wie noch nie", sagt die Zschopauerin.

Der Garten, den sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Jürgen bewirtschaft, befindet sich auf dem Gelände des Kleingartenvereins Talblick, und eigentlich handelt es sich um zwei Gärten. "Wir wollten schon zu DDR-Zeiten einen Kleingarten, aber da war überhaupt kein Rankommen. 1990 haben wir endlich eine Parzelle übernehmen können, später haben wir sie um den Nachbargarten erweitert", erzählen Jürgen und Sonja Dienst.

1993 war es soweit, der Garten war auf Vordermann gebracht, und etwas Besonderes musste gepflanzt werden. "Ich wollte unbedingt einen Kiwibusch, denn ich war von den Früchten begeistert, seit wir sie nach der Wende kennen gelernt haben", sagt die 71-Jährige. In einem Zschopauer Gartencenter kaufte das Paar eine sehr kleine Pflanze, "ein Trieb nach oben, ein Seitentrieb, das war's", Familie Dienst pflegte das kleine Gewächs, und nach fünf Jahren zeigten sich die ersten Früchte. In diesem Jahr dann die riesige Anzahl, aber auch die anderen Beeren gediehen sehr gut. Der Kiwibusch steht neben einem kleinen Teich, gegossen wurde er aber auch in diesem Jahr ganz selten.

Die Aroniabeeren hat das Ehepaar Dienst schon geerntet, die Feigen auch, jetzt erhalten Walnussbaum und blauer Wein noch ein paar Sonnenstrahlen. Und Enkelin Luise hat sich angekündigt. Sie will ein paar Kiwis für Smoothies verwenden.

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