Eine Portion Dankbarkeit

Der Winterdienst ist rund um die Uhr im Einsatz, kämpft mit den Schneemassen. Zwei Gastronomen haben sich für die Helfer etwas Besonderes einfallen lassen.

Marienberg/Annaberg.

Über sie wird viel geschimpft. Kaum hat der Nachbar seine Einfahrt frei geschippt, kommt der Schneepflug und schüttet sie wieder zu. Verständnis erfahren die Winterdienst-Mitarbeiter hingegen seltener - von Dankbarkeit ganz zu schweigen. Doch genau davon durften sich die Helfer nun eine Portion abholen.

Spontan, so sagt es Inhaber Danny Achtruth, habe das Team vom Ratskeller in Marienberg die Schneeräumer für Donnerstag und für gestern zu einer kostenlosen Mahlzeit eingeladen. "Einfach um Danke zu sagen. Ich kann das Meckern über den Winterdienst nicht nachvollziehen", lobt Achtruth die Arbeit der Straßenmeistereien, Bauhöfe und Unternehmen, ohne deren Hilfe der Alltag zum Erliegen gekommen wäre.

Um die Nachricht möglichst schnell zu verbreiten, hat der Betreiber des Ratskellers das soziale Netzwerk Facebook genutzt. "Wir haben so fast 70.000 Leute erreicht", kann Achtruth die Resonanz kaum fassen. Und die Kommentare im Internet geben ihm Recht. Sie reichen von "super Aktion" und "tolle Geste" bis hin zu "erste Klasse, vorbildlich" und "Das haben die Männer sich verdient". Gestern seien schließlich fast alle Marienberger Bauhofmitarbeiter da gewesen, um sich mit einem kostenlosen Gericht von der Tageskarte zu stärken.

Auch Norman Pörschke wollte gestern mit einer ungewöhnlichen und leckeren Aktion Danke sagen. Auch er startete zuvor einen Aufruf bei Facebook, dass Winterdienstler und Feuerwehrleute zu einer Portion Makkaroni mit Tomatensoße und Käse in Pörschis Kantine in Annaberg eingeladen sind. "Ich möchte etwas zurückgeben", so der 40-Jährige. Er selbst fährt jeden Morgen von Pobershau nach Annaberg. Ohne Winterdienst wäre das in den vergangenen Tagen ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Und die Eingeladenen freuten sich. Schon gestern Morgen waren die ersten Winterdienstler in der Kantine. Ihre Schicht hatte 4 Uhr begonnen. 8.30 Uhr hat man da Kohldampf. Einer von ihnen war Uwe Hornig. Der 49-Jährige ist seit einigen Monaten beim Betriebshof angestellt. Sein Revier ist Geyersdorf. "Es ist schon eine extreme Situation", sagte er. Umso mehr freue er sich, dass seine Arbeit auf diese Weise geschätzt wird. Denn nicht selten bekommen die Winterdienstler auch Negatives zu hören. Manche Leute hätten einfach kein Verständnis dafür, dass nicht alle Straßen und Wege auf einmal frei geräumt werden können.

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