Eine Schmetterlingswiese mitten im Ort

Die Brachfläche an der ehemaligen Schule in Borstendorf steht im Mittelpunkt eines Naturschutzprojektes. Beteiligen kann sich jedermann.

Borstendorf.

Die seit Jahren brachliegenden Schrebergärten hinter der ehemaligen Schule waren den Borstendorfern schon lange ein Dorn im Auge. Im einstigen Schulgarten zwischen den verlassenen Parzellen und dem Gebäude, das heute als Hort und von Vereinen genutzt wird, hat ebenfalls längst das Unkraut die Oberhand gewonnen. Mit dem Projekt "Eine blühende Wiese mitten in Borstendorf" soll sich das nun ändern.

Auf dem rund 1500 Quadratmeter großen, gemeindeeigenen Areal sollen eine arten- und blütenreiche Wildblumenwiese angelegt und Obstbäume gepflanzt werden. "Wir wollen ein auf Dauer nachhaltiges Projekt schaffen, bei dem wir einen kleinen Beitrag zum Naturschutz und zur Artenvielfalt leisten, Wissen vermitteln und die Begeisterung von Jung und Alt für die Natur wecken", kündigt Grünhainichens Bürgermeister Robert Arnold (parteilos) an. "In Borstendorf möchten wir ein Zeichen setzen, dass mit einem gemeinsamen Anpacken ein Beitrag zum Naturschutz geleistet werden kann."

Den Auftakt haben Eltern und Kinder der Kindertagesstätte "Borstel" bereits im vergangenen Jahr vollzogen. Im Herbst pflanzten sie auf einer zuvor vom Bauhof der Gemeinde beräumten Fläche die ersten zehn Obstbäume. Vor 14 Tagen, beim ersten Arbeitseinsatz nach der Winterpause, schichtete die "Borstel"-Brigade aus Feldsteinen einen sogenannten Lesesteinhaufen auf, in dessen Hohlräumen und Nischen Pflanzen Schutz und kleinere Tiere Unterschlupf finden können.

Die nächste, ursprünglich für den 9. April geplante Aktion wird wegen der Coronakrise vermutlich ausfallen. Für diesen Tag hatte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß angesagt. Laut Bürgermeister Robert Arnold unterstützt der Politiker aus Erlabrunn das Naturschutzprojekt im Schachdorf und wollte selbst ein paar Bäumchen pflanzen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Das Saatgut für die Wildblumenwiese soll in den kommenden Tagen eintreffen. Die Borstendorfer haben sich für die Teilnahme an der Initiative "Sachsen blüht" des Landtages beworben - mit Erfolg. Somit stellt nun die Landesstiftung Natur und Umwelt im Rahmen des Projekts "Puppenstuben gesucht - Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge" kostenlos zertifiziertes Saatgut zur Verfügung. Weiterhin sollen Lehr- und Informationstafeln aufgestellt sowie Insektenhotels und Nistkästen gebaut werden. "Dafür bietet sich der ehemalige Werkraum in der alten Schule an", sagt Robert Arnold, dem dort eine Kreativ-Werkstatt vorschwebt. "Wir wollen zeigen, dass praktischer Naturschutz Spaß macht, nicht teuer sein muss, Hintergrundwissen schafft und Jung und Alt begeistern kann", wirbt der Bürgermeister für die Gemeinschaftsaktion "Eine blühende Wiese mitten in Borstendorf".


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