Einige Käfige sind leer geblieben

In Drebach hatte der Geflügelzüchterverein zur Ausstellung eingeladen. Die Besucherresonanz stellte die Veranstalter allerdings nicht zufrieden. Und es wurden auch weniger Tiere ausgestellt, als eigentlich geplant.

Drebach.

Die Drebacher Rassegeflügelzüchter haben mit ihrer jüngsten Schau gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie organisierten nicht nur die Rassegeflügelschau des Geflügelzüchtervereins 1881 Drebach und Umgebung mit angeschlossener Innungsschau der Buchholzer Taubeninnung 1845 Erzgebirge. Gleichzeitig waren auch Tiere in den Sonderschauen der Züchter von Sussex und Zwerg-Sussex, Sächsische Farbentauben, Sächsische Flügel-, Schild-, und Schwalbentauben sowie der Schweizer Taubenrassen zu sehen.

66 Aussteller kamen mit 584 Tieren nach Drebach, 21 Mal zückten die acht Preisrichter das "V" für Vorzüglich, 36 Tiere bewerteten sie mit "Hervorragend". "21 Käfige sind leider leer geblieben, gemeldet waren 605 Tiere", sagte Vereinschef Johannes Sack, der auch mit der Resonanz nicht zufrieden war: 200 Besucher kamen nach Drebach.

20 Mitglieder haben die Drebacher Geflügelzüchter, und bei der Schau konnte eine in der Krokusgemeinde zuvor noch nicht gezeigte Rasse bestaunt werden. "Das sind Zwerg-Croad-Langschan, eine Hühnerrasse englischer und nordamerikanischer Herkunft", sagte Ausstellungsleiter Johannes Sack. Ausgestellt wurden sie von Steven und Johannes Breitling aus Hof.


Fast noch ein Frischling

René Wetzorke ist fast noch ein Frischling unter den alt gedienten Züchtern im Geflügelzüchterverein Drebach und Umgebung. 2008 zog er der Liebe wegen von Sosa nach Drebach und wurde Geflügelzüchter. Seine Rasse sind die Barnevelder braun schwarz doppeltgesäumt. Ein Hahn wurde von den Preisrichtern mit "Sehr gut" bewertet. "Mir gefallen die Barnevelder. Sie sind zahm, legen braune Eier, und sie sind auch etwas für Topf oder Pfanne. Ein typisches Zweinutzungshuhn eben", erzählt der 39-Jährige. Die Bewertung findet René Wetzorke in Ordnung, allerdings standen seine anderen Tiere am Wochenende nicht nur im heimischen Drebach. "Ich habe auch in Zwönitz und Bernbach ausgestellt. Die Fahrerei ist schon ein ziemlicher Aufwand, zu Hause werde ich von meiner Frau und meiner zweieinhalbjährigen Tochter unterstützt. Beatrice will immer beim Füttern helfen", sagt René Wetzorke. Der Drebacher züchtet auch Tauben, Schlesische Kröpfer und Schlesische Mohrenköpfe, die aber nicht in Drebach zu sehen waren. (dit)


Drebacher sahnt ab

Karl-Heinz Neumann hat mit seinen Hühnern bei seiner Heimatausstellung richtig abgesahnt. Der Drebacher beteiligte sich an der Sonderschau. Er züchtet seit 1964 Zwerg-Sussex weiß-schwarzcolumbia. Zwei seiner Tiere haben Preise erhalten. Die Preisrichter sprachen einem Tier ein "V" wie Vorzüglich zu, ein anderes aus dem Neumannschen Stall wurde mit "Hervorragend" bewertet. "Ich hatte auch schon Tiere eines anderen Farbenschlags, beispielsweise rot-schwarze und gelb-schwarze, aber seit einiger Zeit setze ich auf die weiß-schwarzen", erzählt der 74-Jährige. Zu diesem Hobby ist er über seinen Vater gekommen, der allerdings eine große Rasse gezüchtet hatte. Die Zwerg-Sussex sind nicht ganz so klein wie andere Zwerghühner. "Das ist einfach meine Rasse, die zu mir passt", sagt der Drebacher, der die Zuchtfreundschaft innerhalb des Vereins schätzen gelernt hat. Die Arbeit mit den Tieren macht ihm Spaß, außerdem ist er in der Sonderzuchtgemeinschaft der Züchter von Zwerg-Sussex aktiv. (dit)


Er war schon auf dem Thron

Jörg Nöh hat bei der Rassegeflügelschau in Drebach einen berühmten Verein vertreten. Der Frohnauer ist Mitglied der Buchholzer Taubeninnung, die im Jahr 1845 gegründet wurde und nachweislich die älteste Taubenvereinigung der Welt ist. Jörg Nöh züchtet seit 1992 Deutsche Modeneser Gazzi rot, am Wochenende erhielt er auf eine Taube ein "Hervorragend". "Als Jugendlicher habe ich mehrere Rassen gezüchtet, bis ich 1992 meine Rasse gefunden hatte. Sie hatte mich damals fasziniert und tut es bis heute, ich bin bei diesen Tauben geblieben", erzählt der 58-Jährige. Und diese Rasse hat den Taubenzüchter immerhin auf den europäischen Thron befördert. "2012 war ich zwei Mal Europameister mit einer Zuchtgruppe von vier Tieren. Ein Einzeltier davon ist auch zum Europachampion gekürt worden", sagt der Frohnauer, der die damalige schönste Taube des Kontinents immer noch in seinem Taubenschlag beherbergt. Sie war damals ein Jungtier und bekommt heute ihr Gnadenbrot bei ihm in Frohnau. (dit)


Ein treuer Züchter

Kurt Seidel ist ein treuer Taubenzüchter, denn er züchtet seit sage und schreibe 40 Jahren dieselbe Rasse. Dabei handelt es sich um Thüringer Schwalben mit Rundhaube blau ohne Binde. Eines dieser Tiere wurde von den Preisrichtern auf der Drebacher Rassegeflügelschau mit "Hervorragend" bewertet. Es sei ein langer Weg bis zu dieser Rasse gewesen, als Jugendlicher habe er mehrere gezüchtet. Doch dann flog ihm "seine" Rasse sprichwörtlich aus heiterem Himmel zu. "Eines Tages war unter meinen anderen Tauben eben so eine Thüringer Schwalbe mit Rundhaube. Der Tauber hatte mir sofort gefallen, in der Geflügelzeitung fand ich die Adresse eines Züchters aus der Lausitz", erinnert sich der 62-Jährige. Der sandte ihm weitere Tiere wie damals üblich mit der Post zu, und seitdem ist er dieser Rasse treu geblieben. Bei Ausstellungen riskiert der Drebacher schon mal ein Auge, ihm gefallen auch andere Rassen, aber eine solche Rasse, die quasi vom Himmel fällt, gibt es für Kurt Seidel nur einmal. (dit)

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