Erzgebirger halten Abstand

Angesichts der sprunghaft ansteigenden Anzahl von Corona-Infektionen sind die Menschen vorsichtig geworden. Ordnungsämter unterstützen die Polizei bei Kontrollen.

Zschopau/Marienberg.

Ein ungewöhnliches Bild vor der Sparkasse in Zschopau: Schätzungsweise eine 30 Meter lange Schlange hatte sich am Montagvormittag vor dem Gebäude gebildet. Jedoch bestand diese nur aus fünf bis sechs Kunden, die gebührenden Abstand voneinander hielten.

Die Menschen im mittleren Erzgebirge scheinen sich an die vom Freistaat Sachsen verfügten Ausgangsbeschränkungen zu halten. Diese Signale kamen jedenfalls aus den Stadtverwaltungen in Zschopau, Marienberg und Wolkenstein. Das Ordnungsamt in der Motorradstadt bekommt ab Dienstag Verstärkung von anderen Abteilungen des Hauses. Stadtsprecher Uwe Gahut kündigte umfassende tägliche Kontrollen in Zschopau, Krumhermersdorf und Gornau mit Unterstützung der Polizei an: "Wir werden zum Beispiel lückenlos Spielplätze und die Schließung der Gaststätten kontrollieren." Der Vollzugsdienst wird von drei auf vier bis sechs Mitarbeiter aufgestockt, die im Schichtbetrieb arbeiten. "Die Pläne werden gerade abgestimmt", berichtete Uwe Gahut. Sollte sich die Situation ändern, werde die Stadt entsprechend reagieren.

Anders die Lage in der Stadtverwaltung Marienberg: Stadtsprecherin Gisela Clausnitzer sprach am Montag von einer krankheitsbedingt schwachen Besetzung des Ordnungsamtes. Im Vollzugsdienst sei eine Person unterwegs gewesen. Die Stadt arbeite aber in enger Abstimmung mit der Polizei zusammen, die vordergründig Kontrollen vornehme. "Bislang wurden keine Verstöße festgestellt. Die Leute halten sich offenbar an die Regeln", sagte Gisela Clausnitzer am Mittag.

Im Wolkensteiner Rathaus klingelte am Montag öfter das Telefon als sonst. "Es gab eine Menge Anfragen von Bürgen, die wissen wollten, wie etwas in der Verfügung zu verstehen ist", sagte Bürgermeister Wolfram Liebing (parteilos). Ein Waldbesitzer mit Borkenkäferschäden habe etwa wissen wollen, welche Arbeiten er draußen noch erledigen darf. Ansonsten sei es auf den Straßen in Wolkenstein sehr ruhig gewesen. Die Menschen halten sich an die Verfügung, schätzte Wolfram Liebing ein.


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