Essensbestellung wird digital

Klicks statt Marken: In der Stadt Olbernhau wird ein neues internetbasiertes System eingeführt. Ob damit die Portionspreise steigen, steht noch nicht fest. Die Stadt arbeitet derzeit an einer neuen Kalkulation.

Olbernhau.

Viele Familien haben sich ein einfaches Bestellsystem gewünscht. Zum Anfang des neuen Schuljahres wird es in Olbernhau für fast alle Kindertagesstätten und sämtliche Schulen eingeführt. Wer seinen Nachwuchs für das Mittagessen anmelden will, kann dies über das Internet tun. Die Stadt führt ein neues Bestell- und Abrechnungssystem ein. Darauf haben sich die Räte geeinigt. Sie sprachen sich dafür aus, ein Unternehmen aus Nürnberg zu beauftragen. Es hatte mit seinem System das Gremium überzeugt.

In Olbernhau gibt es eine zentrale Schulküche. Sie befindet sich in der Oberschule. Von dort werden auch das Gymnasium, die Grundschulen, die Kindertagesstätten (außer in Dörnthal und Pfaffroda, wo es jeweils eigene Anbieter gibt) sowie die Kindertagespflegestellen versorgt. "Rund 700 Essen werden jeden Tag gekocht", erklärt Olbernhaus Hauptamtsleiter Benjamin Flor. Allein im vergangenen Jahr seien es insgesamt 130.000 Portionen gewesen. Entsprechend hoch ist der Aufwand, der mit den Bestellungen einhergeht.

Während in den Kindertagesstätten in der Regel feststeht, welche Mädchen und Jungen versorgt werden, sieht etwa an der Oberschule die Situation anders aus. Dort wurden bislang laut Flor im Voraus Essensmarken verkauft. Auf diese Weise wussten die Mitarbeiter der zentralen Schulküche, wie viele Portionen in der Einrichtung benötigt werden. Kam es zu Abbestellungen, musste das berücksichtigt werden. Auch dies bereitete personellen Aufwand.

Ein anderes Problem, das Familien bemängelten: Die Kinder mussten mitunter viel Geld in die Schule mitnehmen, um die Marken vorab zu bezahlen. In manchen Fällen seien es 100, mitunter sogar 200 Euro gewesen, sagt Flor: "Etwa wenn es mehrere Geschwister gibt." Eltern sorgten sich um ihre Kinder, befürchteten, dass diese auf dem Schulweg überfallen werden. Mit Hilfe des Bestell- und Abrechnungssystems ist das Barzahlen vor Ort nicht mehr erforderlich. Die Familien zahlen ein elektronisches Guthaben ein, auf das bei der digitalen Essensbestellung zurückgegriffen wird.

Finanziert wird das System nicht mit einer pauschalen Summe. Viel mehr erhält der Anbieter von der Stadt je Essen 20 Cent. Ob der Betrag in Zukunft auf den Essenspreis umgelegt wird, konnte Flor nicht sagen. Der Grund: Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, eine neue Kalkulation zu erarbeiten. Die jetzige stammt aus dem Jahr 2014 und sei damit veraltet, erklärte Flor.

So sehen die Preise momentan aus: Für die Krippe und den Kindergarten fallen 1,85 Euro Essengeld an, für die Grundschulen 2 Euro, die Oberschule 2,30 Euro und das Gymnasium 3,15 Euro. Der Preis für die Essensversorgung sei deshalb so günstig, weil Olbernhau diese bezuschusst, so Flor. Das werde beibehalten und sei ebenfalls Teil der noch ausstehenden Berechnung, sagte der Hauptamtsleiter.

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