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Fast vergessene Oper erstmals auf deutscher Bühne

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Mit "Leonce und Lena" steht die erste Premiere in Annaberg an. Literarische Vorlage ist ein Stück von Georg Büchner. Dennoch musste es nun aus dem Englischen zurückübersetzt werden.

Annaberg-Buchholz.

Prinz und Prinzessin, die einander ohne sich zu kennen versprochen sind, unabhängig von- einander aus ihrem gewohnten Leben ausbrechen und sich am Ende dann doch ineinander verlieben: So lässt sich das Opern-Lustspiel "Leonce und Lena", das am heutigen Samstagabend am Annaberger Theater Premiere feiert, zusammenfassen.

Ein klassischer Stoff, den Georg Büchner 1836 schrieb. Ein Jahrhundert später greift diesen Stoff der Wiener Komponist Erich Zeisl auf. Als "Leonce und Lena" 1937 fertig war, musste der jüdische Künstler nach Amerika emigrieren. Die Nazis waren an der Macht. Die Uraufführung fand erst Jahrzehnte später, auf Englisch und in einer überarbeitenden Fassung in Los Angeles statt. Für den Text der Ursprungsfassung war damals Hugo von Königsgarten verantwortlich. Auch er emigrierte - nach London. Um das Opern-Lustspiel "Leonce und Lena" in seiner ursprünglichen Form auf die Bühne zu bringen, wurde die englische Version zurückübersetzt und der teils verloren gegangene Text von Königsgarten rekonstruiert, erklärt Chefdramaturgin Annelen Hasselwander vom Winterstein-Theater.

Es kommt nicht von ungefähr, dass der neue Intendant Moritz Gogg für die erste Premiere dieses Stück gewählt hat. Damit und mit vielem, was in dieser und kommenden Spielzeiten gespielt wird, will er auf das Theater, die Philharmonie, die Schauspieler, das gesamte Ensemble aufmerksam machen. Im Erzgebirge soll auch das zu sehen und zu hören sein, was es sonst nirgendwo gibt. Und "Leonce und Leon" sei besonders, aus vielerlei Gründen. Oberspielleiterin Jasmin Sarah Zamani ist sehr glücklich, dass gerade dieser Stoff gefunden wurde. Lustige Dialoge und dennoch ein kritischer Blick auf die Welt. Generalmusikdirektor Jens Georg Bachmann ist begeistert von der Musik. Die Oper sei wie ein Brennglas auf sämtliche Strömungen der Zeit Zeisls und dennoch leicht. Inhaltlich und musikalisch sei die Oper eine Perle. Gogg und Bachmann betonen, dass das Stück trotz der Tiefe für jeden etwas zu bieten habe. Das Publikum solle keine Angst vor dem Unbekannten haben. Bei all der Musik, der Bühne, den Kostümen, den Solisten und Co müssten aber auch die Einschränkung aufgrund von Corona beachtet werden. Der Chor sei zum Quartett geschrumpft, auch im Orchestergraben sind weniger Musiker als vorgesehen. Das Stück sei eine Art Kammeroper geworden, ohne dabei zu verlieren.

Zur Premiere wird ein besonderer Gast erwartet. Bei ihren Recherchen stieß Annelen Hasselwander auf den Neffen von Hugo von Königsgarten. Er hat ein Buch über seinen einst bekannten Onkel geschrieben und reist extra aus Großbritannien ins Erzgebirge, um bei der deutschen Erstaufführung dabei zu sein.

Die Premiere findet an diesem Samstag, 19.30 Uhr statt. Weitere Aufführungen sind am 22. und 26. September vorgesehen. Die 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen) wird eingehalten. Bis zum Platz muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In der Pause gibt es keine Gastronomie, die Garderobe bleibt zu. www.winterstein-theater.de

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