Fehlverhalten erst bei Verhandlung eingeräumt

Autofahrer verletzt Passanten und zieht gegen Strafbefehl vor Gericht

Marienberg.

Ein 72-Jähriger hat mit seinem Pkw einen Passanten beim Vorbeifahren schwer verletzt und die Unfallstelle unerlaubt verlassen. Den dafür vom Amtsgericht Marienberg ergangenen Strafbefehl mit einer Geldbuße in Höhe von 80 Tagessätzen à 25 Euro (2000 Euro) sowie den neunmonatigen Entzug der Fahrerlaubnis wollte der Mann nicht akzeptieren, sodass der Fall vor Gericht verhandelt wurde.

An einem Nachmittag Anfang Oktober 2018 hatten zwei Männer in einer engen Straße im mittleren Erzgebirge einen Hänger von ihrem parkenden Pkw abgekoppelt und wollten diesen über die Bordsteinkante auf die Grünfläche hieven. Als der Jüngere, der mit dem Rücken zur Fahrbahn stand, um Schwung zu holen, einen Schritt zurücktrat, wurde sein Fuß vom Pkw des im Schritttempo vorbeifahrenden Angeklagten überrollt. Der 40-Jährige ging zu Boden, erlitt einen Sprunggelenk- und Wadenbeinbruch. Die Verletzungen brachten ihm eine Operation, einen 14-tägigen Krankenhausaufenthalt und dauerhafte Schäden ein. Sportliche Betätigung wie Joggen oder Fußballspielen sei ihm seitdem nicht mehr möglich.

Der Angeklagte, der den Verletzten mit von der Straße getragen, ihm zugleich verkehrswidriges Verhalten vorgehalten hatte und unmittelbar danach verschwand, wollte auch in der Verhandlung die Schwere der Verletzung nicht anerkennen, wiederholte seine Vorwürfe. Als Richter Toralf Kliemt jedoch in Aussicht stellte, aufgrund des Verhaltens des 72-Jährigen und seiner Einkommensverhältnisse die Geldstrafe noch zu erhöhen, nahm er seinen Einspruch zurück und akzeptierte die Strafe. Seinen Führerschein gab er noch in der Verhandlung ab.

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