Fensterbaufirma meistert Übergabe an nächste Generation

Im Familienbetrieb Metallbau Korsche hat der Juniorchef den Senior abgelöst. Zudem gab es eine Veränderung an der Spitze des Zschopauer Werkes. Der Wechsel war lange Zeit vorbereitet worden.

Zschopau/Weiden.

Die Bezeichnung Metallbau im Betriebsnamen trifft auf die Zschopauer Niederlassung des Fensterbauers aus Weiden in Bayern eigentlich nicht zu. Die derzeit 17 Mitarbeiter von Metallbau Korsche im Werk an der Auenstraße stellen Fenster, Türen und Fassadenelemente aus Kunststoff her, sagt Mike Postler. Seit August ist der 50-Jährige, der seit dem Start der Produktion 1994 im Zschopauer Betriebsteil arbeitet, Werksleiter Kunststoff.

Die Metallbaufertigung des Unternehmens erfolgt in Weiden. Von 1992 bis 2008 gab es einen weiteren Betriebsteil in Gornau. Die Produktion dort wurde jedoch ins Stammwerk eingegliedert, nachdem der Nachwende-Boom im Baubereich abgeebbt war. Die jetzige Aufteilung habe sich bewährt, die Produktion laufe stabil und erfolgreich, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Alexander Korsche.

Der 35-Jährige hat Betriebswirtschaft studiert und ist seit zwölf Jahren im Unternehmen. Gegründet worden war das nach seinen Angaben 1949 vom Großvater. Nun hat er seinen Vater, den bisherigen Senior-Chef Anton Korsche, abgelöst. "Im Mai ist der Generationenwechsel, den wir seit sieben Jahren vorbereitet haben, vollzogen worden", sagt Alexander Korsche. Der mittelständisch geprägte Handwerksbetrieb will seine Schwerpunkte weiterhin in den Bereichen Aluminium und Kunststoff auf die Herstellung und Montage von Fenstern, Türen, Fassaden und Wintergärten setzen.

Etwa zwölf Millionen Euro Umsatz habe der Betrieb mit derzeit 65 Beschäftigten in Weiden und der Zschopauer Mannschaft im Vorjahr erzielt, sagt Korsche. Damit habe das Unternehmen seit 2009 eine Steigerung um reichlich 50 Prozent erreicht. In diesem Zeitraum sei allerdings auch viel investiert worden, unter anderem in moderne Maschinen für beide Betriebsteile sowie in die Weiterbildung der Mitarbeiter. "Wir bearbeiten Aufträge vom Angebot, über die technischen Details und die Produktion bis hin zur Montage", sagt Postler. Das verlange den Mitarbeitern spezielle Kenntnisse, unter anderem im Baurecht, ab. Anforderungen der Bauherren, etwa hinsichtlich Statik sowie Wärme- und Schallschutz, müssten zuverlässig umgesetzt werden.

"Wenn es Neues gibt, müssen wir aufspringen", betont Korsche. Für die Bauherren gelte es, individuell zu planen und auch die Nachweise für das Einhalten aller geforderten Kriterien zu erbringen. Gerade für Großaufträge sei dieses Spezialwissen nötig. Großaufträge machen rund 70 Prozent der Auslastung im Zschopauer Werk aus, schätzt Postler. Hinzu kämen Aufträge unter anderem von Eigenheimbesitzern und Lieferungen an Bauelementehändler.

Während das Unternehmen mancherorts in einigen Fällen mit Juristen um das Geld für die Leistungen kämpfen müsse, zuletzt laut Korsche gegen die Stadt München, sei die Zahlungsmoral in der Region gut. "Zschopauer, die einen Vertrag unterschreiben, bezahlen auch", sagt Postler. Das gelte auch für die Umgebung - für private Hausbauer ebenso wie für Wohnungsgenossenschaften.

Probleme gibt es bei der Suche nach Lehrlingen. Einer lasse sich derzeit zum Technischen Zeichner ausbilden, so Postler. Für die Ausbildung in der Produktion, etwa als Metallbauer, fehlen in Zschopau bisher noch geeignete Bewerber.

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